31 December 2010

Moment....einen Augenblick!

Time is passing by. Another year to end.
Wie ich es schon so oft gefühlt habe, ging auch dieses Jahr schnell vorbei und ich weiss kaum, wo die Zeit geblieben ist. Es war ein schönes Jahr mit vielen Erlebnissen und Ereignissen: Uniabschluss, Zeltlager, ein weiterer Umzug und vor allem der aktuelle Aufenthalt in Ghana, der sich noch weit bis in das nächste Jahr hineinziehen wird. Weiterhin die vielen kleinen Dinge im Leben, die ständig erscheinen und das Leben mit Inhalt füllen und Freude bereiten. 2o1o war ein schönes, aber auch anstrengendes Jahr mit viel Arbeit in der Uni, Vorbereitung für das Zeltlager und Ghana, Umzug, Arbeitsalltag in der Schule, Lernen einer weiteren Sprache.
Alles sind aber Dinge, die sich gelohnt haben und weiterhin lohnen werden. Ich habe Spass daran mich mit schwierigen Situationen auseinanderzusetzen und daraus zu lernen. Die Erlebnisse haben mich zu der Person gemacht, die ich bin und ich lerne ständig dazu und wachse mit den Aufgaben. Schritt für Schritt gehe ich meinen Weg durch das Leben und geniesse jeden einzelnen mit dem Ausblick auf das, was noch kommen mag.

Und zum Ausblick für euch gibt es nun ein paar Bilder aus meiner neuen Heimatstadt, die euch einen kleinen Einblick und Überblick über Cape Coast verschaffen sollen. Zu sehen sind der scheinbare Stillstand und die Gemütlichkeit des Lebens aus der Ferne. Beim genauen Betrachten lassen sich aber die ständige Dynamik, Bewegung und das Durcheinander erkennen, welches die Stadt so besonders machen.

Teile des Zentrums von Cape Coast von einem alten Leuchtturm aus gesehen

Seitenstrasse im Zentrum

Häuser im Fischerviertel, eine arme Gegend der Stadt
 
Abends am Markt, ein scheinbares Chaos
Tagsüber in der Nähe des Marktes



Cape Coast in der Dämmerung kurz vor einem Gewitter

27 December 2010

War da was? - Ach ja, Weihnachten...

Weihnachtsferien. Reisen, weil alle reisen? Reisen, um nicht allein zu sein? Reisen, um Weihnachten zu feiern?
Alles trifft ein wenig auf meine letzten Tage zu, welche ich mit vielen anderen Freiwilligen verschiedener Organisationen in der Green Turtle Lodge verbrachte. Ein Hostel direkt an einem langen Sandstrand, umsäumt von Palmen auf der einen Seite und klarem Wasser mit meterhohen Wellen auf der anderen. Schildkröten kommen an den Strand um ihre Eier dort zu legen, gelegentlich ziehen Wale vorbei. Im Schatten der Palmen werden Cocktails gereicht und Kokosnüsse getrunken. Stress und Hektik werden aussen vor gelassen, Entspannung ist Pflicht.
Die Weihnachtstage verbrachte ich also in dieser entspannten Atmosphäre und nur manchmal wurde man daran erinnert, dass Weihnachten ist. Ein wenig Deko wurde aufgehängt und auf der Speisekarte stand Christmas Dinner. Ansonsten war es immer noch sehr schwierig bei 30° im Schatten, Sonne satt, Strand und warmem Wasser Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen.
Leider habe ich in der letzten Nacht die einzig gesehene Schildkröte verpasst, weil ich schon schlafen gegangen war. Am Nachmittag rettete ich einen Ghanaer auf seinem Bodyboard vor dem weiteren Abtreiben auf dem Ozean und möglichen Ertrinken (er kann nicht schwimmen), indem ich ihn an den Strand zog. Ich habe am ersten Weihnachtstag Schwertfisch gegessen sowie ein superleckeres ghanaisches Buffet an Heiligabend gehabt. Meine Füsse sind von Sandflöhen zerstochen worden und sehen schlimmer aus als jegliche Windpocken. Ich duschte unter freiem Himmel im Sonnenuntergang. Ein grosses Lagerfeuer am Strand regte ein paar besinnliche Momente an. Auf der Ladefläche eines Pickups fuhr ich über eine Schotterpiste durch den Busch zurück in den Alltag.
Es war ein Weihnachten, wie ich es noch nicht hatte. Es war Weihnachten ohne Weihnachten. Kaum Deko, kein Stress, keine Kälte. Die Versuche mit kleinen Dingen Weihnachten hervorzurufen scheiterten und so waren es einfach ein paar sehr schöne Tage am Strand. Tage im Paradies.

Sonnenschutz am Strand

Blick auf einen Teil des Geländes der Green Turtle Lodge

Sonnenuntergang am Meer

Bonfire am Strand

Auf der Ladefläche des Pickups vom Strand ins nächste Dorf

19 December 2010

Waisenkinder

Die Ferien haben Donnerstag begonnen und alle Kinder sind von Cape Deaf aus nach Hause gefahren oder wurden von ihren Eltern abgeholt. Fast alle. Einige bleiben noch länger in Cape Deaf, da ihre Eltern erst später Zeit und Möglichkeiten haben sie abzuholen. Andere bleiben für ein Kirchencamp erst einmal in der Schule wohnen und fahren später heim. Wenige sehen ihre Eltern leider gar nicht – weil sie keine mehr haben. So wie Stephen.
Stephen bei der Veranstaltung für die Waisenkinder
Gestern war ich bei einer Veranstaltung für die Waisenhäuser aus der Umgebung von Cape Coast. Es wurden verschiedene kulturelle Darbietungen aufgeführt und dann gab es für die Kinder Fried Rice, etwas zu trinken und Luftballons, Musik zum Tanzen und kleine Spielchen. Andi und Sandra, ebenfalls VIA-Freiwillige, haben mit ihrem Projekt alles geplant und organisiert. Es waren ca. 1000 Kinder dort. Die meisten aus Waisenhäusern, aber auch einige Kinder aus Cape Coast, die Waren auf der Strasse verkaufen, um das Einkommen der Familie zu erhöhen. Stephen war auch da – mit seinen beiden kleinen Brüdern und den anderen Kindern aus dem Waisenhaus.
Die Kinder hielten bei den Reden von den geladenen Gästen tapfer durch und danach herrschte eine ausgelassene Stimmung. Man merkte ihnen kaum an, dass sie keine Eltern mehr haben. Viele sprachen von ihren Brüdern und Schwestern, sowie Vätern und Müttern. Gemeint sind die anderen Waisenkinder, sowie die Leiter und Erzieher. Sie sind zu einer Familie zusammen gewachsen. Die grösseren Kinder kümmern sich um die jüngeren und alle sorgen füreinander. Eine Ersatzfamilie für die meisten der Kinder. Stephen sieht seine Ersatzfamilie und vor allem seine beiden Brüder leider nur wenig. Er wohnt auf dem Campus in Cape Deaf und hat dort eine weitere Familie.
Stephen beim Selbstportrait fotografieren mit meiner Kamera
Trotz dieses Hin und Her ist er ein fröhlicher, kleiner Junge. Er kann bisher nur wenige Gebärden, aber seine Körpersprache lässt auf einiges, das er sagen will, schliessen. Fröhlichkeit ist das eine. Das andere ist Einsamkeit und die Suche nach Nähe – trotz zweier Familien.

16 December 2010

Behindert? Selber!

Die Arbeit mit den gehörlosen Kindern hat meine Sichtweise auf das Leben noch einmal sehr verändert und ich denke viel über Behinderung nach. Einen gewissen Anteil daran haben sicherlich auch mein Studium und die ersten Erfahrungen mit behinderten Kindern in Dänemark. Aber gerade die Arbeit hier in Cape Coast hat grossen Einfluss.
Ich befinde mich hier quasi in einer anderen Welt. Die Welt der Gehörlosen. Sie haben ihren Campus um die Schule herum und wohnen hier die ganze Schulzeit über für sich – abgegrenzt von den normalen Menschen. Als ich hier ankam, war ich sehr erstaunt über all das; den Campus, die Menschen, die Gehörlosigkeit. Aber etwas fiel mir weniger auf:  Hier bin ich der Behinderte!
Ich war derjenige, der nicht mit den Kindern kommunizieren konnte. Ich war es, der hier fremd ist. Ich war der andere.

Für mich ist Behinderung aus diesem Grund anders sein. Anders sein, als die anderen, aber dennoch ein Mensch, wie alle anderen. Behinderung ist keine negative Eigenschaft, sondern ein Möglichkeit andere Stärken zu entwickeln und sein Leben zu leben.
Wer von uns hatte nicht schon ein ähnliches Erlebnis wie ich in Cape Deaf? Ich als Weisser tauche in einer Schule mit Schwarzen auf, die nicht hören und kaum sprechen können. Ich konnte keine Gebärden am Anfang. Ich konnte nicht ihre Sprache.
So ergeht es uns doch auch im Urlaub, wenn wir in ein Land fahren, dessen Sprache wir nicht sprechen. Manchmal haben wir Glück und die Menschen dort sprechen unsere Sprache oder wir haben eine Sprache gelernt, die diese Menschen auch gelernt haben. So richten wir uns auf unsere Behinderung ein und versuchen mit diesem Handicap klarzukommen. Den Gehörlosen ergeht es mit ihren Gebärden nicht anders. Sie unterhalten sich damit – untereinander, mit uns.
Die Blinden haben ebenfalls ihre Stärken. Sie orientieren sich ohne zu sehen. Sie laufen quer über den Campus, nehmen Stufen, rennen nirgends gegen, überwinden Gräben. Versuch doch einfach mal mit geschlossenen Augen durch deine Wohnung zu laufen und einen Gegenstand zu finden ohne etwas anderes umzustossen.

Wer von uns ist also manchmal nicht auch behindert?

Ich habe vor diesen Menschen mit ihren besonderen Eigenschaften viel Achtung erworben und finde es grossartig wie sie ihr Leben in die Hand nehmen. Anstatt sie ständig zu bemitleiden und zu meinen, sie können nichts, weil sie behindert seien, sollte man vielmehr auf ihre Stärken achten. Sie haben oftmals versteckte Fähigkeiten und tolle Ideen, von denen wir normalen Menschen nur träumen können.

14 December 2010

1. Quartalsbericht

Nach einem langen, stressigen Flug mit Nachtaufenthalt und wenig Schlaf in Dubai kam ich am Freitag, den 10.09.2010, mit neun anderen Freiwilligen gegen Mittag endlich in Accra an. Beim Aussteigen aus dem Flugzeug und dem Betreten des Rollfeldes überkam mich die Freude in Ghana angekommen zu sein. Im gleichen Moment atmete ich auch die stickige Mittagshitze und die Motorenabluft ein. Ich war angekommen.
Die Gepäckaufnahme, diverse Kontrollen und das Finden unseres Abholers wurden ohne Komplikationen erledigt. Doch dann kam eine Situation, auf die noch viele weitere in Ghana folgen sollten: Warten. Da unser Abholer nicht sehr gesprächig war, wussten wir auch nicht, worauf wir warteten. Nach über einer Stunde erschien dann Paschal, unser Mentor, mit einer Liste und kontrollierte, ob denn auch alle angekommen seien. Dann ging es endlich los gen Cape Coast. Dachten wir. Erst einmal zur nächsten Tankstelle, da das Auto scheinbar Defekte hatte. Wieder warten. Über drei Stunden nach unserer Ankunft auf dem Flughafen fuhren wir dann endlich los und kamen im Dunkeln in unserer neuen Heimatstadt an. Die WGs wurden schnell eingeteilt und wir daraufhin verteilt, um diese zu beziehen. Beim Verteilen blieb das Auto liegen und ich wurde mit den Mädels glücklicherweise von Sascha, einem der vorherigen Freiwilligen, eingesammelt und in die WG mitgenommen.
Am Wochenende geschah weiter nichts und so zeigte Sascha uns die wichtigsten Adressen der Stadt (Markt, Geldautomat, Taxistation, etc.), erklärte uns wichtige, grundlegende Dinge und nahm uns an die Hand. Erst am Montag meldete sich Paschal bei uns, um eine Orientation mit uns abzuhalten. Dazu wurden auch die bereits anwesenden Freiwilligen eingeladen. Auf dieser Orientation wurden uns Infos gegeben, die mittlerweile hinfällig oder selbstverständlich waren. Viele Dinge wurden bereits auf dem Vorbereitungsseminar angesprochen und viele restliche Informationen haben wir am Wochenende selbst erfahren und kennen gelernt, indem uns Sascha darauf hinwies. Ohne die Einleitung von Sascha wären wir zu Beginn wahrscheinlich hilflos in der Gegend umhergeirrt. Von daher war die Orientation eher eine Zeitverschwendung und eine gut gemeinte Geste, als wirklich von Nutzen.
Dafür hat sich Paschal in den Wochen darauf sehr bemüht unsere Dokumente, etc. einzusammeln und alle noch benötigten Informationen, Gesundheitschecks, etc. zu organisieren, um unsere Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung  zu beantragen. Es soll auf dem Weg sein, jedoch habe ich schon länger nichts mehr von ihm gehört.
Die Ankunft im Projekt war durchwachsen. Katharina und ich wurden von Paschal zum Cape Deaf gebracht und dort unsere Direktorin vorgestellt. Da die Schule aber noch nicht richtig begonnen hatte (es waren kaum Kinder dort), sind wir gleich wieder mit Paschal zurückgefahren und am nächsten Tag alleine erneut hin. Aufgrund eines Besuches von einer schwedischen Projektgruppe fiel die Schule aber erneut aus. Immerhin zeigte uns Nancy, eine Freiwillige des amerikanischen Peace Corps, den Campus und gab uns ein paar Informationen zur Schule. Auch die nächste Woche verlief ähnlich. Jedoch bekamen wir langsam Kontakt mit einigen Lehrern und den Schülern. Die Kommunikation mit den Gehörlosen, insbesondere mit den Kindern, fiel aufgrund unserer mangelnden Kenntnisse der Gebärdensprache schwierig, aber dennoch funktionierte es etwas.
Allmählich fing die Schule an und etwas Alltag kehrte ein. Katharina und ich entschieden uns für unser Arbeitsgebiet. Ich wählte die 5te Klasse mit einem gehörlosen Lehrer. Die Klasse wurde dann nach und nach auch voller und der Unterricht begann. Die ersten zwei bis drei Wochen schaute ich lediglich dem Unterricht zu, um zu erfahren, wie dieser abläuft und um Kenntnisse der Gebärdensprache zu erhalten. Dadurch, dass mein Klassenlehrer gehörlos ist und mich in Freiräumen unterrichtet, konnte ich schnell große Fortschritte machen und wurde nach drei Wochen von ihm überredet den Mathematikunterricht zu übernehmen. Ich hatte nun also eine richtige Aufgabe bekommen, auf die ich mich sehr freute und den Unterricht vorbereitete. Das Durchführen des Unterrichts erwies sich dann aber natürlich als wesentlich schwieriger als erwartet. Viele Gebärden fehlten einfach noch, um über verschiedene Ansätze die Inhalte zu erklären. Dieses hat sich mittlerweile sehr gebessert und ich komme im Groben ohne die Hilfe des Klassenlehrers aus. Gelegentlich greift er dann ein, wenn er das Gefühl hat, dass die Kinder den Inhalt nicht verstehen. Oft liegt es dann aber nicht an meinen vergleichbar geringen Kenntnissen der Gebärden, sondern am langsamen Denken der Kinder, die lange brauchen, um Dinge zu verstehen und manchmal auch nach seinen Erklärungen die Sachverhalte noch nicht verstanden haben.
Neben dem Unterricht habe ich im November langsam mit außerschulischen Aktivitäten angefangen, um noch mehr Zeit im Projekt zu verbringen und mehr beschäftigt zu sein, als die wenigen Unterrichtsstunden, die ich effektiv arbeite. Ebenso kann ich dann weiter meine Gebärdenkenntnisse aufbessern und von den Kindern lernen. Da die meisten Kinder auf dem Schulgelände wohnen, sind sie auch nachmittags auf dem Campus. Als Abwechslung zu Fußball und Volleyball habe ich mit Indiaca und Frisbee angefangen. Ebenso habe ich an den Veranstaltungen der Jubiläumswoche und weiteren Meetings mit Lehrern und Eltern teilgenommen, um ein größeres Gesamtbild zu erhalten.
Das Projekt gefällt mir bisher sehr gut, auch wenn es einige Momente gibt, in denen ich lieber wegsehen möchte. So zum Beispiel beim Schlagen mit dem Cane. Ich hatte es mir zwar schlimmer vorgestellt, aber dennoch sind die Situationen nicht so leicht zu ertragen. Wobei ich leider auch sagen muss, dass man sich daran gewöhnt.
Das Leben an sich in Cape Coast ist herrlich. Zu Anfang war ich von dem scheinbaren Chaos, der Lautstärke, dem Rufen, den Händlern, dem Hupen der Taxis und Trotros überfordert, doch daran habe ich mich gewöhnt und genieße es mitunter sogar. Im Vergleich zu Accra, welches ich an einem Wochenende besuchte, ist es sogar noch gering. Ein weiterer Höhepunkt ist der Strand direkt vor der Haustür, den ich oft besuche und mich einfach mal durchpusten lasse, um einen klaren Kopf zu bekommen oder einfach um die anderen Freiwilligen zu sehen.
Insbesondere von Kindern werde ich oft „Oburoni“ (Weißer) gerufen, für die ein solcher Anblick scheinbar eher selten ist. In den meisten Fällen finde ich die Situation angenehm und reagiere mit einem Lächeln darauf oder winke zurück. Manchmal frage ich auf Fanti auch nach dem Befinden des Kindes und dieses ist dann ganz beeindruckt. Jedoch gibt es auch Momente, in denen es einfach überhand nimmt und ich darauf nicht reagiere. Dieses ist meistens, wenn ich zu oft in kurzer Zeit angesprochen werde oder wenn ich das Gefühl habe, dass die Kinder/Menschen mehr von mir wollen als nur zu grüßen. Oft ist dieses bei einer Art kleinem Lied, das die Kinder auswendig lernen, aber nichts von dem verstehen, was sie sagen.
Die sozialen Kontakte ändern sich derzeit leicht. Zu Anfang waren wir nur in der Gruppe unter uns Deutschen unterwegs. Daraufhin ist man auch manchmal alleine durch die Straßen gelaufen, da man sich langsam auskannte und der Stadt vertraute. Dieses Gefühl ist auch weiterhin bei mir, auch wenn bereits einige von uns ausgeraubt wurden. Mittlerweile habe ich auch engeren Kontakt zu Ghanaern, welche nicht auf einem oberflächlichen Kennenlernen und dem Austauschen von Nummern beruhen. Dieses war zu Anfang ein großes Problem. Man lernt schnell Leute kennen, jedoch sind viele von ihnen nur auf den Kontakt zu den Weißen aus, um sich damit zu rühmen oder sich später einen Vorteil davon zu erhoffen und durch die Kontakte zu profitieren. Durch die Freundschaften zu den Ghanaern lerne ich noch mehr über deren Kultur kennen und tauche weiter in das Leben in Ghana ein.
Leider habe ich bisher nur wenige Worte Fanti, die lokale Sprache in und um Cape Coast, gelernt. Jedoch benutze ich diese häufig und erstaune immer wieder die Leute, denen ich begegne. Diese freuen sich dann sehr und wollen noch mehr auf Fanti hören, wobei ich dann leider passen muss. Generell empfinde ich die Menschen in meiner Umgebung als sehr freundlich, hilfsbereit und auf einen zukommend. Die Ängste, welche ich vom Vorbereitungsseminar mitgenommen habe, dass viele Menschen an Hunger leiden, Kinder ständig betteln und viele versuchen einen beim Einkaufen über den Tisch zu ziehen, kann ich (noch?) nicht bestätigen. Gelegentlich sehe ich dürre Menschen auf den Straßen, manchmal betteln mich Kinder an und hier und dort versucht jemand mir einen höheren Preis aufzudrängen. Doch halten sich diese Situationen in Grenzen und ich finde es nicht als belastend. Durch die Erfahrung mit solchen Begegnungen weiß ich auch immer besser die derzeitige Situation einzuschätzen und kann darauf reagieren. Die Preise sind vergleichbar und so weiß ich, was ich wofür zahlen sollte. Bettelnde Kinder kommen auf einen zugerannt, aber mit einem „Nein“ auf deren Betteln, verschwinden sie oft wieder.

Derzeit geht es mir hier bestens und ich genieße das Leben in Cape Coast sehr. Ich freue mich auf die weiteren neun Monate.

12 December 2010

Spendenkrieg?

Bereits vor ein paar Tagen erschien auf dem Spiegel Online ein kritischer Artikel, der sich mit Spenden in der Entwicklungshilfe beschäftigt. Der Artikel ist ein Interview mit einer niederländischen Journalisten, die Expertin auf diesem Gebiet ist und sich in verschiedenen Ländern mit den Mechanismen vertraut gemacht hat.
Oft landen gut gemeinte Spenden an Organisationen in den falschen Händen, so ihre Kritik. Korruption sowohl bei der einheimischen Bevölkerung als auch bei Entwicklungshelfern, aber auch Desinteresse der Politik lassen die Gelder nicht zu den Hilfsbedürftigen durchdringen, sondern werden vorher abgezweigt.

Der Artikel soll keineswegs von Spenden für Entwicklungshilfe abraten. Ganz im Gegenteil. Vielmehr möchte ich mit der Verbreitung erreichen, dass mehr Aufmerksamkeit darauf gerichtet wird, wem man die Spenden wofür gibt und sich mehr mit dem Thema auseinander setzt. Man sollte den Organisationen vertrauen und ein Kennen von aktiven Menschen vor Ort ist sicherlich von Vorteil, da diese einem genaue Informationen geben können, wofür die Gelder ausgegeben werden.

Solltest du also spenden wollen und bist dir bisher unsicher, trete gerne mit mir in Kontakt und ich kläre dich über weitere Möglichkeiten, die ich in Cape Coast habe, auf. Bisher habe ich aber noch keine Projektidee, wofür Gelder benötigt werden könnten. Somit würden etwaige Spenden erst in einen grossen Topf meiner Sendeorganisation (mehr oben im Reiter bei VIA e.V.) fliessen und von dort an andere Freiwillige in verschiedenen Ländern verteilt werden. Wenn die Spenden mir "zugeordnet" werden können, ich also sagen kann, von wem ich einen Betrag erwarte, wird das Geld für mein Projekt zurück gehalten und bei Bedarf an mich weitergeleitet.

Bei weiteren Fragen, fragen.

06 December 2010

Magic Weekend

Why magic, you ask?
I will tell you:

I have been on the street with disabled people of different kinds. They were dancing to the music – the blind, the ones in wheelchairs, the deaf – all of them. You couldn´t imagine they were disabled.
Later the ones in the wheelchairs were playing basketball against each other. They were ambitious to win the game and didn´t bother to ram the other ones or get rammed. Great match with fair players.
No matter what, people are just people. All the same but different. Magic

Women match: Cape Coast vs. Accra 
Men match: Cape Coast vs. Koforidua



I have been in paradise. Long, sandy beaches, blue water, sun, palm trees, great waves to bath in and to surf on. I stayed in a house directly on the beach. Friendly people were everywhere and smiled at me. I had fresh lobster for lunch and ate it with my fingers. It felt like heaven on earth. Magic

Busua Beach

Ocean at Busua with island view


I have been with D&D in the Garden of the Dwarfs and saw them fighting against Porcupines. All were running, tackling each other and following different strategies. It was a great fight and in the end the dwarfs won luckily: 1-0. Magic

Dwarfs fans in the back

Standard situation shortly before the goal to 1-0


I have been in a Christmas and Carols Service in Cape Deaf. They brought a feeling of Christmas into the heat of Ghana. The kids were dressed in white. They looked like angels. The songs remembered me of snow and the cold weather. I never dreamed of feeling like that. Magic

Kids at Cape Deaf in their dresses

28 November 2010

Korruption?

Ein Trotro hält an der Strassenseite. Menschen steigen ein. Der Mate springt raus und läuft die Strasse runter. In seiner Hand sieht man etwas rotes aufblitzen. Ein Cedi. Er eilt zum Strassenpolizisten, gibt diesem die Hand und rennt wieder zurück zum fahrenden Trotro. Er springt rein, sammelt weitere Fahrgäste und weiter geht es
.
Geschehen ist diese Szene in der vergangenen Woche als Katha und ich auf dem Weg zur Schule waren. Doch auch mal zwischendurch bei routinemässigen Polizeikontrollen wird den Polizisten die Hand gereicht und die Kontrolle wird kurzerhand abgebrochen oder findet erst gar nicht statt.

Die genauen Hintergründe für den zweiten Fall kenne ich nicht. Bei dem ersten ist es jedoch ein Kampf um jeden Cedi, der verdient werden will bzw. muss.
Die Haltestelle, an der Katha und ich morgens einsteigen, ist eine inoffizielle Halte. Jedoch wird man nicht nur an Haltestellen eingesammelt, sondern überall an den Strassen, wenn man ein entsprechendes Fahrzeug anhält. Nun hat zumindest die Stadt Cape Coast beschlossen, dass Trotros ihre Fahrgäste nur noch an den offiziellen Stationen einsammeln dürfen und lässt Strassenpolizisten die zentralen Anlaufstellen und Kreuzungen bewachen und ggfs. Strafen verteilen. Einige Trotros hingegen fahren aber nicht von den Stationen und sammeln die Leute an den Strassen ein, die nicht extra zur entsprechenden Station gehen oder fahren können, da der Weg zu weit ist, die Anfahrt Geld kostet und wie ich neulich erfahren habe, das Trotro von der Station aus gleich das dreifache kosten soll. So gibt es weiterhin die Trotros, welche ihre Passagiere an den Strassen einsammeln und unter Umständen die Polizisten schmieren müssen, um günstiger als mit einer Strafe davon zu kommen. Für die Polizisten ist es gleichzeitig ein kleiner Nebenverdienst.

Auch hier stellt sich nun wieder die Frage: Ist es in Ordnung die Polizisten zu bestechen? Oder ist es kriminell es zu tun, gleichzeitig aber anderen Menschen damit zu helfen? Schliesslich wurde das Einsammeln zwischendurch scheinbar schon lange so gemacht und wird auch weiterhin betrieben. Eben nur nicht dort, wo jetzt die Polizisten stehen, es aber die Knotenpunkte für das Abfahren und Ankommen sind.
Katha und ich werden weiter versuchen zwischendurch ein Trotro zu ergattern. Auch wenn es von Tag zu Tag schwieriger wird und wir noch ein Stückchen mehr laufen müssen, um ausserhalb der Sichtweite der Polizisten zu gelangen.

23 November 2010

Richtig oder falsch?

Passend zum Ereignisloch erschien heute auf der Zeit Online ein Artikel zu Elektroschrott in Ghana, welcher aus den Industrieländern dorthin transportiert wird.
Wie bei allen Medien sollte auch dieser Artikel von verschiedenen Seiten betrachtet werden, doch sollte er auf jeden Fall einen Eindruck geben und Gedanken hinterlassen. Die Schilderung der Umstände im Artikel ist sehr anders als jene, welche ich in Cape Coast bisher erlebt und euch berichtet habe. Dennoch gibt es auch ähnliche Szenen hier - Mülldeponien werden nach letzten nutzbaren Dingen durchforstet, bevor der Abfall verbrannt wird, um neuen Platz für weitere Müllladungen zu schaffen.
Eine wachsende Nachhaltigkeit und ein verantwortungsbewusster Umgang mit Konsumgütern kann zu einer Verbesserung der Situation beitragen. Die Gesundheit vieler Menschen kann dadurch gebessert werden, dass weniger Schadstoffe verbrannt und die giftigen Wolken eingeatmet werden. Auf der anderen Seite fehlt für einige Menschen dann aber eine wichtige (die einzige?!) Einkommensquelle, um sich das Überleben zu sichern.

Woher weiss ich, dass ich richtig handel? Kann ich alle Konsequenzen abschätzen, die mein Handeln hervorrufen? Wer entscheidet über richtig und falsch?
Die Antworten sind wohl nur über Erfahrungen zu bekommen, welche man erleben muss, um die Situation besser einschätzen zu können. Jedoch muss ich auch dabei wieder unterscheiden.
Gebe ich jedem bettelnden Kind etwas Geld/Essen, weil es bedürftig ist? Kann ich überhaupt jedem bettelnden Kind etwas geben? Woher weiss ich, dass es auch wirklich bedürftig ist und nicht einfach nur so fragt, weil ich weiss bin? Wenn ich nur einigen etwas gebe: Warum genau diesen und nicht auch den anderen?

Nur du weisst, was du tust.

16 November 2010

Do they know it´s Christmas?

They do! 

Jingle bells, jingle bells, jingle all the way,
oh what fun it is to ride in a one horse open sleigh!

Nein, ich leide nicht unter dem Bedürfnis nach vorweihnachtlicher Stimmung, wobei ich die Gemütlichkeit und das warme Anziehen doch schon ein wenig vermisse. Vielmehr bin ich darüber erstaunt, dass dieses Lied gestern und ein anderes heute aus den grossen Boxen von verschiedenen Läden in Cape Coast über die Strasse schallen. Es herrscht hier absolut keine weihnachtliche Stimmung (ist ja auch noch nicht einmal der erste Advent gewesen), wie ich sie gewohnt bin und auch sonst soll Weihnachten hier in Ghana eher dezenter, wenn überhaupt, gefeiert werden. Von Erzählungen habe ich gehört, dass die Leute zwar viel und lange in die Kirche gehen, aber das grosse Fest mit viel Essen, Geschenken und Familienzusammenkunft ausfallen lassen bzw nicht kennen. Ebenso wird hier in Ghana nie Schnee fallen und die meisten kennen ihn auch nur aus dem Fernsehen oder von Bildern. Dennoch ist Weihnachten hier ein Thema und die Weihnachtslieder sind auch bekannt.

So viel zu dem kleinen Ereignis von Weihnachtsliedern in Ghana, das ich erlebt habe und erwähnenswert fand.

14 November 2010

Jubiläumswoche Part II

Weiter geht´s mit dem Geburtstag!
Der Clean-Up scheint für Jubiläumsfeiern üblich zu sein. Wir halfen am Regional Hospital direkt am Meer mit dem Rasenmähen und dem Säubern von Beeten. Beim Rasenmähen habe ich mir auch meine kleine Verletzung zugezogen. Da es nur wenige Rasenmäher gibt, welche bei uns Standard sind, werden kurzerhand Macheten zum Schneiden des Grases benutzt. Ich nehme mir also eine Machete und beginne mit nur einer kurzen Einleitung das Schneiden. Es klappt eigentlich ganz gut, ist aber eine anstrengende und kraftraubende Arbeit. Zumal die Hitze und Luftfeuchte bereits morgens um o9oo zu hoch ist, um körperlich zu arbeiten. Dann also passiert es. Ich halte die Machete in der Hand, schlage auf das Gras ein und zack…..es tut weh. Hört sich gerade schlimmer an, als es war. Nein, ich habe mir nicht ins Bein geschnitten, nein, ich habe keinen anderen getroffen, nein, meine andere Hand ist auch noch dran. Ich habe mir lediglich eine grosse Blase am rechten Zeigefinger zugezogen, welche auch kurzerhand geplatzt ist. Zum Glück waren wir am Krankenhaus. Also gleich nebenan ins Familienplanungscenter und verarztet werden. Eigentlich wollte ich nur ein Pflaster. Am Ende wurde die Wunde mit reinem Alkohol desinfiziert (brennt höllisch!), die lose Haut abgeschnitten, Mullbinde mit einer braunen Flüssigkeit getränkt und darauf getan und alles ziemlich schlecht getapt. Einen schönen Verband hatte ich dann da, über den sich meine Lehrerkollegen ziemlich lustig gemacht haben, aber auch Mitgefühl zeigten.
Ein weiterer Clean-Up ging am Freitag auf dem Schulcampus vonstatten. Schliesslich musste für die Jubiläumsfeier alles schön hergerichtet werden. Aufgrund meiner Verletzung konnte ich nicht wirklich mithelfen und war auch ansonsten ziemlich arbeitslos, da alle anderen beschäftigt waren und ihrer Arbeit nachgingen. So machte ich einen kurzen Arbeitstag und verschwand dann schnell wieder.
Samstag war dann der grosse Tag. Die offizielle Feier mit Reden, Tanz, Preisvergabe und Geldeinsammeln stand auf dem Programm. Über vier Stunden sass ich dafür auf meinem Platz und war irgendwann leicht gelangweilt, da es sich in die Länge zog und die Hitze unerträglich wurde. Insbesondere bei den Reden, dem Spendensammeln und der Preisvergabe war es schwierig die Konzentration aufrecht zu halten. Doch auch das nahm ein Ende und so begann der lockere Teil. Hier ein Schnack mit einem Lehrer, dort eine Fotosession mit den Kindern und am Ende ein Erfahrungsaustausch mit einem der Amerikaner, der für wenige Tage in Cape Coast war.

Tanzdarbietung von Schülerinnen

die Schüler auf ihren Plätzen während des Programms

Schüler bei der Modenschau, die ebenfalls während der Feier stattfand

Heute endete die Jubiläumswoche mit einem Gottesdienst. In der grossen anglikanischen Kirche nahm der Grossteil der Schüler Platz und beobachtete Francis beim Dolmetschen in Gebärden. Mittendrin wurden wir Lehrer mit aufgerufen und ich folgte den anderen ahnungslos. Am Ende dieses Teils wurde ich vom Bischof mit Wasser bespritzt und erhielt zusammen mit den anderen einen Segen. Nach vielen Liedern, Gedenken, Beten, einem Abendmahl und Danksagungen kamen wir nach über 3 Stunden aus der Kirche und ich war sehr froh darüber. Der Schulbus brachte uns wieder zu Cape Deaf und dort endete der Tag mit ein wenig Smalltalk und Snacks.

ein Teil meiner Klasse beim Fotoshooting

Morgen ist aufgrund der Feierwoche schulinterner Erholungstag und Dienstag ist muslimischer Feiertag in Ghana. So habe ich nach einer 7-Tage-Woche wenigstens ein verspätetes Wochenende, bevor es am Mittwoch wieder normal mit Unterricht weiter geht.

11 November 2010

Jubiläumswoche, Part I

Cape Deaf hat 40sten Geburtstag und der wird gefeiert! Zum Jubiläum findet hier eine ganze Festwoche statt, um ausgiebig zu zelebrieren.
Den Auftakt am Montag gab ein Talk. Dieser Talk war eine Art Diskussionsrunde zum Thema „vorehelicher Sex“, welcher zur Aufklärung der Kinder dienen sollte. Die Informationen waren gut und auch detailliert, jedoch fehlte mir der kritische Gesichtspunkt etwas dabei und es diente leider nicht der allgemeinen Aufklärung, sondern nur dem Teil zum vorehelichen Sex und dessen möglichen Folgen. Die Kinder hörten gespannt zu und beteiligten sich bei den Fragerunden. Selbst die Jüngeren hatten Ideen, wobei die ganz jungen Kinder aus dem Kindergarten dem Gespräch mangels Gebärdenkenntnisse nicht folgen konnten und gelangweilt dasassen.

Kollegium samt Volunteers und Friends von Cape Deaf

 Am Dienstag war Street Carnival in der Innenstadt. Die Schüler ab Klasse 5 wurden mit Bus und Transporter zur Tantri-Station gebracht und von dort ging es gesammelt mit zwei Musikkapellen durch die Strassen Cape Coasts. Zwei Stunden in der prallen Mittagssonne dauerte der Umzug mit super Stimmung zur Unterhaltung der Passanten und Verkäufer. Viele tanzten zur Musik an ihren Ständen und winkten zurück oder liefen sogar ein paar Meter mit uns. So wurde viel für die Aufmerksamkeit der Gehörlosen getan. Katha und ich wurden später bei unserem Weg vom Strand nach Hause sogar wegen des Umzugs angesprochen, weil uns die Leute dabei gesehen haben.







Fun Games stellten das Programm am Mittwoch dar. Zwei Schulen aus Cape Coast wurden dazu eingeladen und brachten ihre Mannschaften für Volleyball, Fussball und Tauziehen mit. Neben den sportlichen Wettkämpfen gab es für alle anderen Kinder Sackhüpfen, andere kleine Spielchen und eine Open Air Disco direkt am Spielfeldrand. Die Schüler von Cape Deaf haben bei den Wettkämpfen sehr gut abgeschnitten und konnten die anderen Schulmannschaften oft besiegen. Das Training scheint gut und die Beeinträchtigung des nicht Hörens und nur bedingten Sprechens beim Sport eher nebensächlich zu sein. Im Anschluss an die Spiele der Kinder folgte am Nachmittag das Fussballspiel zwischen Lehrern und Schülern von Cape Deaf. Ich habe mitgespielt und unter der heissen Sonne viel geschwitzt und gemerkt, dass ich lange keinen Sport mehr gemacht habe. Leider haben wir dann auch 3-0 verloren, wobei einer der Lehrer in der Schlussminute noch einen Elfmeter verschossen hat.

Lehrerfussballteam

Am heutigen Donnerstag folgte ein Clean-Up am Krankenhaus. Genaueres dazu und dessen Folgen gibt es dann hoffentlich am Sonntag, wenn die Jubiläumswoche endet und meine Finger wieder schmerzfrei sind. Macheten sind echt fies...

08 November 2010

Angekommen

Es ist ein herrliches Gefühl, wenn man nach einer Reise zurück kommt und sich einfach heimisch und wohl fühlt in seiner Umgebung. So erging es mir gestern Abend, als ich nach meinem Wochenendausflug mit Jasper, Jacob und Fabian wieder in Cape Coast ankam. Wir haben uns am Samstagmorgen mit dem Bus in die Hauptstadt aufgemacht. Nach ein paar Anfangsschwierigkeiten zwecks Pünktlichkeit sassen wir endlich im Bus nach Accra. Die Reise war recht spontan und ungeplant. So hatten wir bei unserer Ankunft noch keine Unterkunft, sondern nur eine Adresse aus dem Reiseführer. Wir hatten alle keine Orientierung in Accra und hofften auf das Beste. Zum Glück trafen wir eine sehr hilfsbereite Frau, die uns vom Trotro bis zum Hostel brachte. Im Anschluss liefen wir durch die Strassen, um die Stadt zu erkunden. Nachdem wir verschiedene Märkte nach Schnäppchen abgelaufen sind, sind wir nach Osu (ein Stadtteil Accras) gefahren, um auf dem Night Market zu essen. Zu späterer Stunde machten wir es uns auf einer Party gemütlich, wobei ich nach dem langen Tag (ich war schon um o4.45 aufgestanden, um rechtzeitig zum Bus zu kommen…) sehr geschlaucht und müde war und die Nacht nicht allzu lang wurde.
Am Sonntag gingen wir es gemütlich an und sind durch die Strassen geschlendert, um kulturelle Eindrücke zu bekommen. Viel haben wir nicht entdecken können. Jedoch sind das Stadion, sowie der Place of Independence mit dem Unabhängigkeitsbogen und dem Black Star beeindruckend. Nachmittags sind wir zur Busstation gefahren, um wieder nach Cape Coast zurückzukehren.

Der Black Star -das Zeichen für Freiheit und Gerechtigkeit- am Place of Independence

Der Unterschied zwischen dem kleinen Cape Coast und dem riesigen Accra ist beträchtlich. Es sind viel mehr Menschen unterwegs und alles ist noch lebendiger. Man hat keine Orientierung und Überblick über die Gegend (wobei das wohl vor allem daran liegt, dass wir vorher noch nicht in Accra waren) und alles ist weitläufiger und stressiger. Kinder sprechen einen weniger an als in Cape Coast und auch sonst habe ich den Eindruck, dass es anonymer und weniger freundlich zugeht. Accra ist eine tolle Stadt, jedoch muss ich sie mehr kennen lernen, um besser von ihr sprechen zu können.
Von daher war ich sehr froh wieder in Cape Coast anzukommen und habe mich zum ersten Mal so richtig zu Hause gefühlt. Ein Gefühl, dass ich hier so noch nicht hatte, da ich einfach noch nicht wusste, was ich an Cape Coast habe - und das bei nur zwei Tagen Abwesenheit. Es ist zudem ein Zeichen dafür, dass ich nun wirklich in Ghana angekommen bin und mich hier wohl fühle. Cape Coast ist meine neue Heimat geworden, die ich sehr schätze.

Cape Coast in der Abenddämmerung

Zudem hat Cape Coast seit Freitag eine neue Sightseeingattraktion: Wale. Als wir am Nachmittag am Strand sassen, konnte man dicht unterm Horizont zwei vorbeiziehende Wale sehen. Sie waren zwar kaum zu erkennen, aber dennoch war es eine tolle Sache. Scheinbar kommen sie zu dieser Zeit öfter vorbei und dann auch dichter am Strand, so dass man sie dann besser sehen kann.

31 October 2010

Strandausflug

Am gestrigen Samstag bin ich mit den Mädels, Kathas Besuch und drei ghanaischen Freunden nach Ampenyi an den Ko-Sa-Beach gefahren. Der Strand ist ca. 45min von Cape Coast entfernt und nur über eine abwechslungsreiche Fahrt via mehreren Taxis und Trotros zu erreichen.
Zwar haben wir einen Strand direkt vor der Tür, doch ist dieser sehr mit Leuten bevölkert und recht dreckig. Zudem sind wir mehr oder minder jeden Tag nach der Arbeit dort und so schadet die Abwechslung nicht. Ko-Sa ist wesentlich sauberer und es sind nur wenige Menschen dort, so dass man quasi ungestört ist. Quasi. Zwischendurch kam eine grosse Gruppe Frauen und Kinder an, die sich direkt neben uns gesetzt haben und uns etwas belagerten. Aber sie liessen uns weitgehend in Ruhe und wir konnten den Strand geniessen.
Als Konsequenz ist mein Rücken nun schön rot und brennt ein wenig. Der erste Sonnenbrand in Ghana ;-) Neben dem schönen Strand haben wir auf dem Rückweg einen Affen gesehen. Wir standen an der Strasse, um ein Trotro mit 15 freien Plätzen zu bekommen (letztendlich sind wir auf Trotro und Taxi ausgewichen) und dann kam ein Mann vorbei, welcher einen kleinen Affen auf dem Arm hatte. Nach ein wenig Smalltalk durften die Mädels den Affen füttern und auch kurz halten. Mit etwas Trickserei haben wir am Ende noch eine Polizeikontrolle umgangen, da wir eigentlich eine Person zu viel im Trotro waren und kamen wohl behalten wieder in Cape Coast an.
  
auf dem Weg nach Ampenyi im Trotro 

Strand weit und breit.
Anna mit Affen in der Hand
alle Mann auf der Jagd nach einem Trotro
Wie ich oben geschrieben habe, waren wir mit Ghanaern unterwegs. Langsam ergeben sich scheinbar doch Bekanntschaften und auch Freundschaften, welche nicht nur auf dem Vorteil des Weissen beruhen, den sich Schwarze zu Nutzen machen wollen. Die Jungs sind super drauf und freuen sich, etwas mit uns zu unternehmen. Sie zeigen uns abgelegene Ecken, geben Insidertipps und sorgen sich nachts, dass wir sicher nach Hause kommen. Das einzig merkwürdige an ihnen sind ihre Namen. Wer heisst schliesslich schon Kokosnuss oder Gräte?
Dennoch ist es schön endlich mehr Kontakt zu den Menschen vor Ort zu bekommen und sich nicht nur als Oburoni-Gruppe zu treffen, wobei ich das unter uns VIA-Freiwilligen auch immer noch sehr geniesse.

25 October 2010

Phänomen

Die bereits 6 (!) vergangenen Wochen in Cape Coast verflogen nur so und ich kann es kaum fassen, dass ich schon so lange hier bin. In dieser Zeit habe ich viele Menschen gesehen und kennen gelernt, mit ihnen interessante Gespräche geführt und sie ignoriert, gelacht oder abblitzen lassen. So einheitlich wie die Kleider der Frauen gefärbt sind, so gleich sind auch die Menschen in Cape Coast. Nämlich gar nicht. Eines haben jedoch viele von ihnen gemeinsam: sie sind sehr extrovertiert und sprechen uns Weisse schnell und ohne Hemmungen an. Ich falle auf, obgleich ich es nicht will. Über mich wird geredet und ich verstehe es nicht (dass über mich gesprochen wird, erkenne ich am oft fallenden „Oburoni“). Ich werde oft bevorzugt, obwohl ich die gleiche Leistung verlange, wie die Schwarzen für den gleichen Preis auch.
Neben dem „Weiss-sein“ fühle ich mich oft auch einfach nur wie ein auftauchendes Phänomen, das aus unterschiedlichen Perspektiven als etwas total verschiedenes betrachtet wird.
Zum einen bin ich ein VIP schlechthin.  Von den kleinen Kindern, über junge Menschen in unserem Alter, bis hin zu den älteren Frauen auf dem Markt werde ich ständig gegrüsst, gefragt und belagert. Dort wo Weisse sind, bilden sich schnell kleine Gruppen Schwarze drumherum, insbesondere am Strand. Meistens ist es gut gemeint, aber mit dem ewigen „Oburuni, how are you? I ´m fine, thank you!“-Fangesang ist es schon störend. Zumal einige der Kinder nicht wissen, was sie überhaupt singen, sondern es nur beigebracht bekommen und los rufen, wenn jemand Weisses vorbei kommt. An das ständige Angesprochen werden kommen selbst Hollywoodstars in den USA nicht mit.
Ebenso bin ich manchmal auch ein Gute-Laune-Bär. Mit den wenigen Brocken Fante, die ich spreche, kann ich ein ganzes Trotro und wahrscheinlich auch den ganzen Markt belustigen. Die Frauen freuen sich über die kleinen Sprachkenntnisse und wollen mir weitere Worte beibringen. Manchmal aber kommen Frauen mit ihren kleinen weinenden Kindern an und wenn diese einen Weissen sehen, beginnen ihre feuchten Augen zu strahlen und der Kummer ist schnell vergessen.
Weiterhin werde ich als Chance nach Europa und den damit verbundenen Reichtum und Wohlstand gesehen. „Kann ich dein Freund sein?“ fällt ab und an, obwohl ich mit der Person noch nie gesprochen habe. Telefonnummern wollen schneller ausgetauscht werden als Namen. Die Verkupplungsversuche hingegen halten sich bei mir zum Glück noch in Grenzen, doch einige Angebote habe ich schon ausgeschlagen. Den Mädels wurden hingegen schon öfters Heiratsanträge gemacht. Die Verzweiflung ist manchen anzumerken und sie würden alles tun, um nur nach Europa oder die USA zu gelangen. Dieses wurde mir auch schon von ghanaischer Seite bestätigt.
Ich bin auch ein absolutes Statussymbol. Weisse Freunde scheinen hier angesehen zu sein – mehr als Auto, Schmuck oder ein teures Paar gefälschter Converse. Und manchmal genügt nur schon der Eindruck jemanden Weisses zu kennen. Nicht selten laufen Jugendliche in meinem Alter neben mir und den anderen. Sie laufen quer durch die Stadt mit uns, ohne ein Wort zu wechseln, grüssen aber ihre Freunde und geben ihnen das Gefühl mit uns befreundet zu sein.
Und zu guter letzt bin ich eine Geldquelle. Das Betteln habe ich mir zwar schlimmer vorgestellt, als es hier ist, aber dennoch nervt es, wenn die Kinder ohne eine Begrüssung nach Geld fragen. Ebenso wird man sehr oft von Taxifahrern, Kleidungsverkäufern oder fliegenden Händlern angesprochen, ob man nicht etwas kaufen möchte, und einige von ihnen verlangen höhere Preise, als sie üblich sind. So ist ein Feilschen unerlässlich. Leider muss ich zugeben, dass ich dabei für so manchen Preis auch schon ein schlechtes Gewissen hatte, da ich ihn schon sehr gedrückt habe. Nichtsdestotrotz werde ich damit weitermachen, da einige Preise schon sehr überhöht sind.

Die Beschreibung ist zwar gänzlich eine Sicht in schwarz und weiss, aber dennoch ist das Leben hier bunter als die Kleider der Frauen. Ich liebe das unübersichtliche, aber geordnete Chaos auf dem Markt und noch mehr das Lächeln der Kinder. Auch wenn alles manchmal etwas anstrengend wird. Es ist einfach ein Phänomen.

19 October 2010

Signs - Zeichen

Etwas mysteriös klingend, dabei völlig harmlos, aber dennoch interessant und nicht für jeden verständlich: Gebärden. 
Eine Sprache ohne zu sprechen. Eine Sprache ohne Ton. Zumeist. Denn einige Gehörlose können sprechen und unterstützen so die Gebärden. Im Umgang mit Hörenden können sie dann sprechen und unterstützen es wiederum mit Gebärden.  Jedoch ist das Sprechen für sie sehr schwierig, da sie nicht wissen, wie sich die Laute anhören und wie sie gesprochen werden. Ebenso können auch längst nicht alle Gehörlosen Lippenlesen. Viel ist abhängig von den eigenen Erfahrungen und der Form der Lippen, um diese lesen zu können.
Entgegen vieler Vorstellungen sind Gebärden auch nicht international gültig. Jedes Land hat seine eigene Sign Language mit eigenen Gesten, um bestimmte Angelegenheiten  auszudrücken. Manche Gebärden überschneiden sich mit denen anderer Länder, aber das kommt bei den Lautsprachen ebenfalls vor.
So lerne ich derzeit die Ghanaische Sign Language (GSL), welche auf der Amerikanischen Sign Language basiert. Inwiefern der Zusammenhang besteht, weiss ich allerdings noch nicht. Ebenso sprechen die Ghanaer immer vom gebrochenen Englisch, wenn sie mir wieder Einzelheiten der Sprache erklären. Ich habe auch noch nicht erfahren, ob es sich bei dem gebrochenen Englisch, um die Schriftsprache oder die englischen/amerikanischen Gebärden handelt und inwieweit diese mit den ghanaischen Gebärden übereinstimmen.
Meine Sprachfortschritte sind gut und mein Klassenlehrer zufrieden. Er gibt mir weiterhin fast täglich einen Haufen neuer Gebärden, die ich mit ihm während der Unterrichtspausen lerne. So kann ich den Unterricht, welchen ich nun regelmässig leite, schon fast ganz alleine bewältigen und die Kinder verstehen meine Erklärungen. Wenn mir bestimmte Worte fehlen, schreibe ich sie an die Tafel und die Kinder zeigen mir die entsprechende Gebärde. So wächst mein Wortschatz enorm und es funktioniert immer besser mit den Kindern zu reden. Angesprochen wird man nämlich ständig von ihnen. Ob man sie versteht, ist die andere Sache. Aber sie sind geduldig mit Katha und mir und buchstabieren notfalls die Worte für uns.

Die Gebärde für Deutschland ist übrigens nicht der Schmetterling. Es wurde uns am Anfang falsch gezeigt und so haben wir es fälschlicherweise angenommen. Die Gebärde ist vom Schmetterling leicht variiert, hat aber eben eine ganz andere Bedeutung. Wie so oft bei den Gebärden.

14 October 2010

Pack den Schlagstock aus!

Die letzten Tage waren ernüchternd und vor allem schockierend. Entgegen dem Gesehenen war ich auf die Situationen schon theoretisch und von Erzählungen her vorbereitet, jedoch habe ich es nicht so übergreifend erwartet. Zum Glück hielt es sich verglichen mit den Erfahrungen der anderen Volunteers noch sehr in Grenzen, wobei in der gesamten Situation die Grenze bei weitem überschritten wurde.
Die Momente, von denen ich erzähle, gab es in Deutschland auch. Allerdings nur bis in die 50er Jahre. Und ich bin heilfroh, dass es sie nicht mehr gibt bzw. geben sollte. Die Kinder werden hier zur Bestrafung leider noch mit dem Rohrstock geschlagen. Und als Grund kann vieles dienen, so wie ich es bisher verstanden habe. Vergessene Hausaufgaben, Unachtsamkeit im Unterricht oder einfach dem Lehrer unangemessenes Verhalten – was das genau ist, weiss wohl auch nur der entsprechende Lehrer selbst. 
In den vergangenen Wochen bin ich zum Glück davon verschont geblieben, einen Lehrer zu sehen, der den Stock herausgeholt hat. Diese Woche hat es dafür nun gleich 3 Szenen gegeben. Zwei davon passierten im Klassenzimmer. Die Englischlehrerin und die Lehrerin für RME (Religious and Moral Education) -leicht paradox wie ich finde- holten den „Cane“ heraus und schlugen vereinzelte Schüler_innen auf die Schulter oder den Rücken. Am bedrückendsten war es aber am Montag, als beim Morgenappell Schülerinnen auf die Hände geschlagen wurde und man jedes Mal Bruchstücke vom Rohrstock wegflogen sah, als die Lehrerin zuschlug. Leider muss ich sagen, dass ich es zwei von den dreien auch zugetraut habe, die Schüler_innen zu schlagen. Leider. Zudem wollte mir einer der Schüler den Rohrstock in die Hand geben, damit ich für Ruhe sorge (ich war allein in der Klasse und machte Matheunterricht). Ich nahm den Stock und schmiss ihn gleich wieder in die Ecke. Es ist echt traurig, wie die Kinder dieses Disziplinarverfahren hinnehmen und es auch weitergeben.
Die Momente waren für mich schockierend, aber ich kann an der Situation leider nichts ändern. Noch erschütternder war dann das Lachen der Schüler, welche nicht geschlagen wurden. Ich werde demnächst hoffentlich mal mit den Lehrerinnen sprechen und die Rohrstockfrage diskutieren. Sie sind alle sprechend und das erleichtert mir das Gespräch ungemein.
Mein Klassenlehrer scheint von diesem Verfahren aber nichts zu halten. Stattdessen hat er auffallende Schüler bisher nur in die Ecke gestellt. Welches ich auch schon grenzwertig finde. Ich hoffe, dass es so bleibt. Oder weniger wird.

10 October 2010

Gastfreundschaft

Gestern Nachmittag waren wir VIA-Volunteers bei Emma, unserer Mentorin, zum Essen eingeladen. Nachdem wir alle angekommen waren, ging das großartige Essen auch schon los.
Mit Alvaro, einer Art Cidre mit Birnen- oder Ananasgeschmack (sehr lecker!), und anderen Softdrinks bekämpften wir die Sonne, da wir auf dem Dach des Hauses saßen. Ein wunderbarer Ausblick über Abura, einem Stadtteil von Cape Coast.



 Zu Beginn des Essens gab es Jollof-Reis mit Fried Chicken. Eine riesige Portion war auf dem Teller und man hätte schon alleine danach gut aufhören können und wäre lange satt gewesen. Doch daraus wurde nichts. Im Handumdrehen kam Redred auf den Teller – gekochte Bohnen mit frittierter Kochbanane dazu. Die Portionen konnten wir selbst entscheiden und sie fielen schon wesentlich kleiner aus als der Reis. Denn wir wussten ja, dass noch das Fufu – eine Art Brei aus Kochbanane und Cassava – mit Lightsoup (Suppe mit Fleisch oder Fisch; in diesem Fall Ziegenfleisch) kommt. Dennoch waren wir so pappsatt, dass wir das Essen erst einmal sacken lassen mussten, um noch ein wenig Fufu essen zu können. Während dieser Pause wurde uns Wassermelone aufgetischt und wir wurden gefragt, ob wir noch Pfannkuchen essen wollten. Das wollten wir natürlich. So kam dann auch das Fufu, welches wir uns zumeist teilten oder nur probierten und im Anschluss noch ein Pfannkuchen.
Endlich war das leckere mehrgängige Menü vorüber und unsere Mägen konnten sich erholen.


Vor dem Essen und auch während des Essens stellte Emma uns immer wieder Freunde und Familienmitglieder ihrerseits vor, welche zu Besuch vorbei kamen. Ebenso beteten wir mit den Freunden vor und nach dem Essen und bekamen noch einen Segen. Alle hießen uns herzlich willkommen und wünschten uns einen tollen Aufenthalt in Ghana. Emma selbst wollte keinen Dank empfangen für das Essen und meinte, sie müsse sich bei uns bedanken. Dabei hatte sie richtig viel Arbeit mit dem Kochen und schien vor allem am Anfang ein wenig gestresst.
Dennoch wollen wir dieses Treffen wohl regelmäßig abhalten und noch mehr ghanaisches Essen kennen lernen, sowie von der Gastfreundschaft überwältigt werden. Emma bestand sogar fast darauf es noch mehrmals zu organisieren.



Am Ende wurden wir dann sogar noch im Van (der vom Flughafen – der regelmäßige Leser erinnert sich ;-)) nach Hause gebracht und mussten kein Taxi nehmen.

So ging ein herrlicher Samstagabend gemütlich zu Ende. Und ich gehe gleich am Sonntagnachmittag gemütlich an den Strand.

06 October 2010

Happy Start and Happy End

Seit Montag laeuft die Schule nun richtig und es macht richtig Spass im Unterricht mit dabei zu sein. Lamptey, mein gehoerloser Klassenlehrer zeigt mir taeglich eine Menge neuer Gebaerden, die ich zumeist schnell aufnehme und ihm dann zeigen kann. Er ist von meinen Fortschritten begeistert. So durfte ich heute dann auch schon eine Mathestunde uebernehmen. Ich habe sie gestern Abend vorbereitet und kam bis auf einen kurzen Moment ohne die Hilfe von Lamptey aus. Die Kinder haben mich mit den Gebaerden verstanden und die Uebungen gemacht, die sie sollten. Beim Korrigieren konnte ich dann sehen, dass viele es verstanden haben, einige dann aber auch leider gar nicht. Also muss ich Freitag, bei der naechsten Mathestunde noch einmal darauf eingehen und wiederholen.
So war es im Ganzen eine tolle Stunde, da eigentlich alles geklappt hat und ich freue mich auf die weiteren Mathestunden, die ich ab heute ganz uebernehmen werde. Spaeter soll dann noch Integrated Science, sowas wie Sachkunde, dazu kommen. Aber erst,wenn ich noch besser spreche.

Am Nachmittag habe ich dann mein Handy im Taxi verloren. Leider merkte ich es erst zu Hause. Ich habe dann meine Nummer mit Kathas Handy angerufen und es ging auch prompt der Taxifahrer ran. Er war noch an unserer Taxi-Station, zu der wir dann eh mussten, da wir noch einen Termin in der Stadt - unsere Aufenthaltsgenehmigung macht Fortschritte - hatten. Der Fahrer kam uns schon von weitem entgegen und gab mir dann mein Handy zurueck. Was fuer ein Glueck!

So endet ein schoener Tag gluecklich! Und morgen gehts zum Jubilaeum unserer Schule :-)