31 August 2010
Dazwischen, mittendrin oder voll dabei?
Gestern bin ich in Oldenburg ausgezogen und habe mein Hab und Gut vorübergehend wieder in der Heimat untergebracht. Mein Vater und meine Grosseltern haben mir beim Packen und Fahren geholfen und so waren wir schnell fertig. Vorher habe ich mich noch von meiner WG und Freunden in Oldenburg verabschiedet und auf dem Stadtfest ein wenig gefeiert. Ich hoffe auf ein Wiedersehen in Oldenburg nächstes Jahr :-)
Jetzt habe ich noch ein paar Tage Zeit für die Organisation und Planung der Dinge, welche ich noch besorgen und packen muss, um das Nötigste für den Anfang in Cape Coast zu haben. Den Anfang hierfür macht die letzte Impfung. Am meisten Kopfzerbrechen bereitet mir noch die Reiseapotheke und ob die ganzen Dinge (Malaria stand-by, Antibiotikum, Wunddesinfektion, Medikamente, Salben, etc.) wirklich notwendig sind. Ebenfalls wird noch ein wenig Abschied gefeiert und dann ist es auch schon fast an der Zeit ins Auto zu steigen und gen Flughafen zu fahren.
Das eine Kapitel meines Lebens ist vorbei. Das Nächste startet demnächst. Ich lebe gerade dazwischen und fühle mich weder hier, noch dort; weder halb, noch ganz. Ich schwebe gerade in einer anderen Welt, meiner eigenen. Gefüllt mit Gedanken, die nicht greifbar sind. Gedanken, die Bruchstücke darstellen und zu einem ganzen gefügt werden müssen. Gedanken als Widersprüche, Gedanken als Hoffnungsträger. Und alles führt zu dem EINEN.
Der Countdown steht nun schon bei 9.
9(!)....8....7...6....5....4....3....2....1....Yeeeeaaahhhhhhhh! (die Northeimer wissen hoffentlich noch, was gemeint ist ;-))
27 August 2010
Studienende
Ich habe heute Mittag endlich meine Bachelorarbeit abgegeben. Mit dieser Tat ist mein Studium nun offiziell beendet und ich muss nur noch auf das Gutachten und mein Zeugnis warten, welche dann mit der Zeit per Post eintrudeln werden. Trotz Dauerregens strahle ich heute nur so vor Freude und werde den Tag in vollen Zügen geniessen.
Die letzten Wochen vor dem Zeltlager, sowie die wenigen Tage zwischen Zeltlager und Ausreiseseminar und das Wochenende nach dem Seminar war ich zumeist nur mit der Bachelorarbeit beschäftigt und hatte den Kopf kaum woanders als bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS, die im Baum umherklettern. Doch nun kann ich wieder tief durchatmen und habe den letzten riesigen Brocken vor meinem Umzug nach Cape Coast aus dem Weg geräumt. Nun stehen nur noch der Umzug und ein paar kleinere Besorgungen auf der Liste, bevor ich mich auf in die Tropen am Atlantik mache. Der Countdown dafür steht heute bei 13 Tagen bis zum Flieger und 14 bis zur Ankunft in Accra und dann heisst es:
Akwaaba - Welcome to Ghana!
20 August 2010
Expect the worst, hope the best!
Mein Ausreiseseminar ist vorbei und diese knappen 2 Wochen haben meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Ich sah das Seminar lange als Stolperstein auf meinem Weg nach Ghana, der bereits mit vielen Hürden und Aufgaben gepflastert war und immer noch ist. Doch ich konnte in dieser Zeit sehr viel lernen, habe tolle Menschen kennen gelernt und Spass gehabt. Ein kurzes Feedback habt ihr ja bereits gelesen und ich kann es nur bestätigen. Das Programm mit Marlen und Philipp war super gestaltet und durchdacht, aber immer noch flexibel für unsere eigenen Interessen. Die Inhalte waren praxisnah und sensibilisierten uns für die anstehende, harte Zeit, in der wir uns an die Gegebenheiten vor Ort anpassen müssen, um dort ein Jahr lang zu leben.
Philipp und Marlen
Ausreisegruppe Northeim im August
Ich fühle mich nun super vorbereitet und bin gedanklich schon am Strand in Cape Coast, als auch im Projekt mit den Gehörlosen und Blinden. Sogar die ersten Reisegedanken kommen schon auf. Zuvor aber muss ich noch mein Leben in Deutschland aufarbeiten und zur Ruhe bringen, bevor ich in den neuen abenteuerlichen Lebensabschnitt starten kann; zusammen mit meinem neuen Freund, der mich während meiner Zeit auf dem afrikanischen Kontinent begleiten und hoffentlich seine Freunde wiedersehen wird, nachdem sie auf dem Seminar voneinander getrennt wurden.

Tighano
16 August 2010
Augen zu und durch?
Wir haben heute im Plenum unsere Projekte vorgestellt und anschließend eine Ländervernissage aufgebaut, um die verschiedenen Gastländer näher zu betrachten. Die Unterschiede zu Deutschland sind beträchtig und wir sollten unsere Augen nicht vor dem verschließen, was ihnen verborgen bleibt, sondern uns bemühen auch das Versteckte zu entdecken.
Unsere Augen waren hingegen am Nachmittag geschlossen. Mitten im Wald bekamen wir Augenbinden aufgesetzt und konnten uns nur anhand eigens erzeugter Geräusche orientieren und fortbewegen. Das Gefühl der Blindheit war teilweise bedrückend, aber auch eine Herausforderung an die anderen Sinne, um unversehrt durch den Wald zu gehen und unseren eigenen Weg zu finden. In der Reflexion wurden wir uns unserer Gefühle bewusst und haben daraufhin Ziele für unser weiteres Leben gesetzt.
Die Selbsterfahrung dieser Übung war überwältigend und regte bei mir einige Gedankengänge an. Neben Zielen kamen auch einige Fragen auf, die sich mir vorher noch nicht stellten. Die Antworten werde ich wohl auf dem Weg finden, den niemand sonst gehen wird. Meinem eigenen.
Augen auf und rein ins Leben!
14 August 2010
Be prepared to be surprised!
Abgesehen davon gibt es auf dem Seminar auch ständig Überraschungen sowie Inputs, die einen zum Nachdenken und Handeln anregen. Neben dem Film Darwins Albtraum gibt es auch auf der Seite http://storyofstuff.com/ einen interessanten Film über Produktion und Konsum von Waren. Leider auf englisch, aber auch die Bilder sprechen für sich.
Genieße das Leben bewusst!
10 August 2010
Besser als erwartet
So weit ein erstes Feedback zu den noch folgenden 10 Tagen Ausreiseseminar.
Daumen hoch!
08 August 2010
Ausreiseseminar
Morgen früh geht´s los nach Northeim und dann sitze ich für 12 Tage am Fuße des Harzes bei meinem Ausreiseseminar. Dort soll ich auf meinen Freiwilligendienst vorbereitet werden und lerne andere Freiwillige kennen. Leider war Katharina, meine Projektkollegin, bereits auf ihrem Seminar, so dass ich sie erst bei der Ausreise selbst kennen lernen werde. Dafür hoffe ich auf andere Bekanntschaften, die auch in Ghana oder nahe bei ihren Dienst leisten werden und mit denen man sich dann zwischendurch mal treffen kann.
Ein wenig Zweifel für das Seminar ist bei mir vorhanden. Dieser kommt aber einfach durch meine bisherigen Erfahrungen im Ausland und das Studium, so dass ich befürchte durch für mich selbstverständliche Inhalte ein wenig gelangweilt zu werden. Doch ich hoffe das beste und fahre gespannt los.
Außerdem werde ich morgen den Visumantrag abschicken.
Akwaaba in Ghana! Demnächst.
07 August 2010
Schlag auf Schlag
Heidewitzka! Mein Blog explodiert förmlich vor neuen Beiträgen und Besuchern. Wie schön, dass du hergefunden hast und mitliest :) So macht das Schreiben Spass.
Aber nicht nur beim Blog geschieht etwas. Nachdem ich gestern meine Fluginfos bekommen habe, ist heute auch endlich der Einladungsbrief eingetroffen. Nun kann ich endlich mein Visum für Ghana beantragen.
Zudem war meine Bachelorarbeit beim Schönheitschirurgen und hat nun keine Makel mehr. Es fehlen nur noch ein paar Accessoires und dann ist die Baustelle auch endlich abgehakt.
Das Leben ist schön!
06 August 2010
Ausreisetermin
Ich habe endlich meine Flugdaten bekommen!
Ich starte am 09.09.2010 von Hamburg aus über Dubai (leider kein längerer Aufenthalt für eine Stadterkundung - sowie ein fehlendes Visum, um den Flughafen verlassen zu können) nach Accra und lande dort morgens am 10.09.2010. Es sind also nur noch 5 Wochen bis ich in Ghana ankomme. Die Zeit rast und mein Herz nimmt die Verfolgung auf. Mein Kopf brummt und ich höre die Turbinen schon dröhnen. Träume nehmen allmählich Konturen an.
Doch zuvor muss ich weiterhin auf meinen Einladungsbrief warten, den ich dringend für den Visumsantrag benötige. Er erreicht mich hoffentlich morgen, so dass die Anspannung abfällt und ich beruhigt ins Ausreiseseminar gehen kann.
Drückt mir die Daumen, dass er mich rechtzeitig erreicht!
04 August 2010
Schuldgefühle vs. Schockeffekt
Die vergangenen zwei Wochen waren nicht nur spassig und lustig, sondern auch in gewisser weise sehr lehrreich. Nicht nur für meine Lehrgangsteilnehmer, sondern auch für mich selbst. Einmal mehr konnte ich Teile meines Theoriestudiums in der Praxis ausprobieren, verfeinern und auswerten. Vieles würde ich wieder so machen, manches wieder ganz anders.
Besonders schön aber waren Situationen, in denen Jenny und ich viel ausprobiert haben, ohne eine Ahnung zu haben. Das Stichwort ist hier: Sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit. So haben wir mit Schuldgefühlen zwei unserer Teilnehmer einer Tat überführt, ohne dass wir wussten, um wen es sich von ihnen handelte. Schockeffekte erzielen ein ähnliches Ergebnis und lassen sich beliebig ausweiten, um den Schock zu erhöhen. Ebenso lassen sich damit völlig sichere Personen verunsichern. Zur Verunsicherung reicht manchmal auch schon ein kritischer Blick und schon wird nicht mehr rumgemutzt, sondern verlegen gelächelt und überlegt, was wohl gerade schief läuft.
Doch müssen für ein Aufkommen von Schuldgefühlen nicht einmal fehlerhafte Taten begangen werden. Es funktioniert auch mit einem fleissigen, vorausdenkenden Handeln und Zuvorkommen einer anderen Person, die sich dann schlecht fühlt, weil sie so wenig macht. Damit kann man selbst die härtesten Schalen knacken ;-)
Beide Varianten haben Jenny und ich in den zwei Wochen ausprobiert und teilweise grossen Erfolg erzielt. Ab und an haben wir uns damit aber auch einfach nur einen Spass erlaubt und die Situation nachher aufgeklärt.
In diesem Sinne: Das ist der Ton!
03 August 2010
Eine Welt zwei Wochen lang
Nebenbei wurde die Krebsfussballweltmeisterschaft ausgetragen, die von Frankreich vor den Niederlanden gewonnen wurde.


Ein Gefühl von Tarzan kam in jedem auf, der sich an die Baumübernachtung in 8-10 Metern Höhe gewagt hat und am frühen Morgen von Vogelzwitschern geweckt wurde. Ansonsten konnte man sich an der Kletterwand ausprobieren und am Ende am Wettbewerb teilnehmen oder sich einfach im Kletterpark bewegen.


Ebenso wurden Vampire gejagt und eine Weltreise mit dem kleinen Felix unternommen.
Als Highlight durfte ich meinen Geburtstag im "goldenen Anker" feiern und ausklingen lassen. Walter führte uns zu seiner Lieblingsbar, welche von Uschi betrieben wird, und gab mir noch einen Geheimtipp für Accra.


Nach einem besinnlichen Abend bei Agape und Lagerfeuer am letzten Abend wurden die Zelte heute abgebaut und die kleine Welt verschwindet wieder von der Landkarte. Bis zum nächsten Jahr. Oder aber dem übernächsten, da ich ja nächstes nicht dabei sein kann.