Der erste Schultag ist hier so eine Sache. Wann meiner hier war, weiss ich deswegen auch nicht so genau.
Geplant war er für letzte Woche Dienstag. Doch kam dann spontan(?) ein Feiertag dazwischen, an den sich die Ghanaer erinnerten. Es war der Geburtstag des ersten Präsidenten, der zum Schulausfall beitrug. Also verbrachten wir den Feiertag, der auch Fabians Geburtstag war, am Strand und kamen wieder mit zahlreichen Kindern in Kontakt, die ausgesprochen anhänglich waren.
Mittwoch sollte es dann endlich in die Schule gehen. In der Vornacht rief Paschal, unser Mentor, mich an und sagte mir, dass wir um 10oo abgeholt werden. Zu der Zeit (es war so 223o) waren wir schon alle längst im Bett, da Jacob uns vorher sagte, dass er uns um o8oo abholen würde. Also mal wieder eine spontane Änderung. Wir waren dann aber um 10oo fertig und warteten auf Paschal. Irgendwann so gegen 113o kam dann Jacob mit den anderen, die ebenfalls seit 10oo gewartet hatten. Das Auto musste wohl noch repariert werden. Dann endlich wurden wir nach und nach an unsere Schulen gebracht. Katha und ich waren aber nur so ca. 2 Minuten an unserer Schule, da bisher kaum Kinder da waren und es eh nur Vorbereitungen für ein feierliches Programm gab. Wir haben die Direktorin begrüsst, sind dann wieder gefahren und sind Donnerstag erneut zur Schule gefahren, um dem Festakt beizuwohnen. Es wurde ein neues Gebäude zur Höruntersuchung eingeweiht und zu dem Ereignis kamen extra die Minister und andere Offizielle aus Accra und umzu. So lernten wir die Schule etwas näher kennen, zumal uns Nancy, eine amerikanische Freiwillige herum geführt hat. Wir hofften für eine ordentliche Schuleinweisung dann auf Freitag, wurden aber wiederum enttäuscht. Eine schwedische Projektgruppe kam zu Besuch und benötigte einige Zeit für ihr Vorhaben, so dass ein geplantes Lehrertreffen nicht stattfinden konnte.
Am Montag fiel das Treffen ebenfalls aus, da ein paar andere organisatorische Dinge dazwischen kamen. Immerhin konnten wir der Direktorin unsere Schwerpunktswünsche geben, in der Hoffnung, dass sie beachtet werden. Aber wir haben dann in die verschiedenen Klassen geschaut und uns vorgestellt mit den wenigen Gebärden, die wir bisher können. Emmanuel, der Lehrer von Klasse 3, hat uns für ein paar Minuten zur Seite genommen und einige Gebärden beigebracht. Es hat richtig Spass gemacht, aber war auch sehr anstrengend sich sowohl alle Buchstaben, Zahlen als auch einige Worte und Sätze zu merken. Während des Herumgehens kamen wir auch mit den Kindern in Kontakt, welche eifrig nach unseren Namen fragten.
Heute fand dann endlich das ersehnte Teachers Meeting statt. Es wurde vor allem um den Stundenplan drumrum diskutiert und war meiner Meinung nach wenig konstruktiv. Unsere Wünsche wurden aber erfüllt und so darf ich nun zumindest erst einmal in der 5ten Klasse im Unterricht assistieren und weiter die Gebärdensprache lernen. Weiteren Unterricht darin hatten wir heute von Christian, einem anderen Lehrer, als auch von einigen der Schüler, die uns eifrig und viel zu schnell nacheinander neue Gebärden zeigten. Etwas wird aber hängen geblieben sein.
An die Gemächlichkeit und spontanen Änderungen muss ich mich hier wohl noch stark gewöhnen. Es tritt bei vielen Gelegenheiten auf und zieht sich bisher durch alle Bereiche. Ich denke aber, dass ich mit der Zeit damit zu Recht komme und mich weniger darüber aufrege.
Die ghanaische Gebärde für Deutschland ist übrigens auch die Gebärde für Schmetterling. Ich werde dem Grund mal nachgehen.
1 comment:
Die Schule hätte ich auch gerne gehabt;)
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