Ein Trotro hält an der Strassenseite. Menschen steigen ein. Der Mate springt raus und läuft die Strasse runter. In seiner Hand sieht man etwas rotes aufblitzen. Ein Cedi. Er eilt zum Strassenpolizisten, gibt diesem die Hand und rennt wieder zurück zum fahrenden Trotro. Er springt rein, sammelt weitere Fahrgäste und weiter geht es
.
Geschehen ist diese Szene in der vergangenen Woche als Katha und ich auf dem Weg zur Schule waren. Doch auch mal zwischendurch bei routinemässigen Polizeikontrollen wird den Polizisten die Hand gereicht und die Kontrolle wird kurzerhand abgebrochen oder findet erst gar nicht statt.
Die genauen Hintergründe für den zweiten Fall kenne ich nicht. Bei dem ersten ist es jedoch ein Kampf um jeden Cedi, der verdient werden will bzw. muss.
Die Haltestelle, an der Katha und ich morgens einsteigen, ist eine inoffizielle Halte. Jedoch wird man nicht nur an Haltestellen eingesammelt, sondern überall an den Strassen, wenn man ein entsprechendes Fahrzeug anhält. Nun hat zumindest die Stadt Cape Coast beschlossen, dass Trotros ihre Fahrgäste nur noch an den offiziellen Stationen einsammeln dürfen und lässt Strassenpolizisten die zentralen Anlaufstellen und Kreuzungen bewachen und ggfs. Strafen verteilen. Einige Trotros hingegen fahren aber nicht von den Stationen und sammeln die Leute an den Strassen ein, die nicht extra zur entsprechenden Station gehen oder fahren können, da der Weg zu weit ist, die Anfahrt Geld kostet und wie ich neulich erfahren habe, das Trotro von der Station aus gleich das dreifache kosten soll. So gibt es weiterhin die Trotros, welche ihre Passagiere an den Strassen einsammeln und unter Umständen die Polizisten schmieren müssen, um günstiger als mit einer Strafe davon zu kommen. Für die Polizisten ist es gleichzeitig ein kleiner Nebenverdienst.
Auch hier stellt sich nun wieder die Frage: Ist es in Ordnung die Polizisten zu bestechen? Oder ist es kriminell es zu tun, gleichzeitig aber anderen Menschen damit zu helfen? Schliesslich wurde das Einsammeln zwischendurch scheinbar schon lange so gemacht und wird auch weiterhin betrieben. Eben nur nicht dort, wo jetzt die Polizisten stehen, es aber die Knotenpunkte für das Abfahren und Ankommen sind.
Katha und ich werden weiter versuchen zwischendurch ein Trotro zu ergattern. Auch wenn es von Tag zu Tag schwieriger wird und wir noch ein Stückchen mehr laufen müssen, um ausserhalb der Sichtweite der Polizisten zu gelangen.
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