23 November 2010

Richtig oder falsch?

Passend zum Ereignisloch erschien heute auf der Zeit Online ein Artikel zu Elektroschrott in Ghana, welcher aus den Industrieländern dorthin transportiert wird.
Wie bei allen Medien sollte auch dieser Artikel von verschiedenen Seiten betrachtet werden, doch sollte er auf jeden Fall einen Eindruck geben und Gedanken hinterlassen. Die Schilderung der Umstände im Artikel ist sehr anders als jene, welche ich in Cape Coast bisher erlebt und euch berichtet habe. Dennoch gibt es auch ähnliche Szenen hier - Mülldeponien werden nach letzten nutzbaren Dingen durchforstet, bevor der Abfall verbrannt wird, um neuen Platz für weitere Müllladungen zu schaffen.
Eine wachsende Nachhaltigkeit und ein verantwortungsbewusster Umgang mit Konsumgütern kann zu einer Verbesserung der Situation beitragen. Die Gesundheit vieler Menschen kann dadurch gebessert werden, dass weniger Schadstoffe verbrannt und die giftigen Wolken eingeatmet werden. Auf der anderen Seite fehlt für einige Menschen dann aber eine wichtige (die einzige?!) Einkommensquelle, um sich das Überleben zu sichern.

Woher weiss ich, dass ich richtig handel? Kann ich alle Konsequenzen abschätzen, die mein Handeln hervorrufen? Wer entscheidet über richtig und falsch?
Die Antworten sind wohl nur über Erfahrungen zu bekommen, welche man erleben muss, um die Situation besser einschätzen zu können. Jedoch muss ich auch dabei wieder unterscheiden.
Gebe ich jedem bettelnden Kind etwas Geld/Essen, weil es bedürftig ist? Kann ich überhaupt jedem bettelnden Kind etwas geben? Woher weiss ich, dass es auch wirklich bedürftig ist und nicht einfach nur so fragt, weil ich weiss bin? Wenn ich nur einigen etwas gebe: Warum genau diesen und nicht auch den anderen?

Nur du weisst, was du tust.

1 comment:

Insa said...

Dazu hab ich neulich auch einen Bericht gesehen - ich glaube bei der ARD. Allerdings finde ich ihn spontan natürlich nicht.
Die Frage "Was ist richtig" ist oft schwer bis gar nicht zu beantworten.

Ich habe dazu gerade letzte Woche auf dem Tierärztekongress einen interessanten Beitrag gehört. Dabei ging es um das Thema Lebensmittel-/Fleischproduktion, ein Thema, das ständig zwischen Tierschutz (real und öffentlichkeitswirksam), technischer Umsetzung, Ressourcenverbrauch, Gewinnmaximierung und was weiß ich noch was schwebt. Wenn man in die Zukunft blickt und über die wachsende Weltbevölkerung, die vermehrte Nachfrage nach tierischen Produkten in sogenannten Schwellenländern und Nahrungsmittelknappheit/Wassermangel nachdenkt werden die Probleme nicht geringer werden.
Der Dozent betitelte den ganzen Themenkomplex als "bösartiges Problem" (frag mal google...).
Ein bösartiges Problem kann nie zur Zufriedenheit aller gelöst werden. Wenn man einen Punkt scheinbar gut gelöst hat, finden sich dahinter gleich 3, 4 neue Probleme, außerdem verschärfen sich die anderen Probleme. Die einzige Möglichkeit ist es, einen Kompromiss zu finden.
"Eine gute Lösung ist, wenn niemand zufrieden ist!".

Leider sind wir (als Erste Welt, Industriestaaten, was weiß ich was) zur Zeit noch zu oft zufrieden. Wir werden lernen müssen, Abstriche zu machen, um die für alle beste Lösung zu finden.