31 December 2010

Moment....einen Augenblick!

Time is passing by. Another year to end.
Wie ich es schon so oft gefühlt habe, ging auch dieses Jahr schnell vorbei und ich weiss kaum, wo die Zeit geblieben ist. Es war ein schönes Jahr mit vielen Erlebnissen und Ereignissen: Uniabschluss, Zeltlager, ein weiterer Umzug und vor allem der aktuelle Aufenthalt in Ghana, der sich noch weit bis in das nächste Jahr hineinziehen wird. Weiterhin die vielen kleinen Dinge im Leben, die ständig erscheinen und das Leben mit Inhalt füllen und Freude bereiten. 2o1o war ein schönes, aber auch anstrengendes Jahr mit viel Arbeit in der Uni, Vorbereitung für das Zeltlager und Ghana, Umzug, Arbeitsalltag in der Schule, Lernen einer weiteren Sprache.
Alles sind aber Dinge, die sich gelohnt haben und weiterhin lohnen werden. Ich habe Spass daran mich mit schwierigen Situationen auseinanderzusetzen und daraus zu lernen. Die Erlebnisse haben mich zu der Person gemacht, die ich bin und ich lerne ständig dazu und wachse mit den Aufgaben. Schritt für Schritt gehe ich meinen Weg durch das Leben und geniesse jeden einzelnen mit dem Ausblick auf das, was noch kommen mag.

Und zum Ausblick für euch gibt es nun ein paar Bilder aus meiner neuen Heimatstadt, die euch einen kleinen Einblick und Überblick über Cape Coast verschaffen sollen. Zu sehen sind der scheinbare Stillstand und die Gemütlichkeit des Lebens aus der Ferne. Beim genauen Betrachten lassen sich aber die ständige Dynamik, Bewegung und das Durcheinander erkennen, welches die Stadt so besonders machen.

Teile des Zentrums von Cape Coast von einem alten Leuchtturm aus gesehen

Seitenstrasse im Zentrum

Häuser im Fischerviertel, eine arme Gegend der Stadt
 
Abends am Markt, ein scheinbares Chaos
Tagsüber in der Nähe des Marktes



Cape Coast in der Dämmerung kurz vor einem Gewitter

27 December 2010

War da was? - Ach ja, Weihnachten...

Weihnachtsferien. Reisen, weil alle reisen? Reisen, um nicht allein zu sein? Reisen, um Weihnachten zu feiern?
Alles trifft ein wenig auf meine letzten Tage zu, welche ich mit vielen anderen Freiwilligen verschiedener Organisationen in der Green Turtle Lodge verbrachte. Ein Hostel direkt an einem langen Sandstrand, umsäumt von Palmen auf der einen Seite und klarem Wasser mit meterhohen Wellen auf der anderen. Schildkröten kommen an den Strand um ihre Eier dort zu legen, gelegentlich ziehen Wale vorbei. Im Schatten der Palmen werden Cocktails gereicht und Kokosnüsse getrunken. Stress und Hektik werden aussen vor gelassen, Entspannung ist Pflicht.
Die Weihnachtstage verbrachte ich also in dieser entspannten Atmosphäre und nur manchmal wurde man daran erinnert, dass Weihnachten ist. Ein wenig Deko wurde aufgehängt und auf der Speisekarte stand Christmas Dinner. Ansonsten war es immer noch sehr schwierig bei 30° im Schatten, Sonne satt, Strand und warmem Wasser Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen.
Leider habe ich in der letzten Nacht die einzig gesehene Schildkröte verpasst, weil ich schon schlafen gegangen war. Am Nachmittag rettete ich einen Ghanaer auf seinem Bodyboard vor dem weiteren Abtreiben auf dem Ozean und möglichen Ertrinken (er kann nicht schwimmen), indem ich ihn an den Strand zog. Ich habe am ersten Weihnachtstag Schwertfisch gegessen sowie ein superleckeres ghanaisches Buffet an Heiligabend gehabt. Meine Füsse sind von Sandflöhen zerstochen worden und sehen schlimmer aus als jegliche Windpocken. Ich duschte unter freiem Himmel im Sonnenuntergang. Ein grosses Lagerfeuer am Strand regte ein paar besinnliche Momente an. Auf der Ladefläche eines Pickups fuhr ich über eine Schotterpiste durch den Busch zurück in den Alltag.
Es war ein Weihnachten, wie ich es noch nicht hatte. Es war Weihnachten ohne Weihnachten. Kaum Deko, kein Stress, keine Kälte. Die Versuche mit kleinen Dingen Weihnachten hervorzurufen scheiterten und so waren es einfach ein paar sehr schöne Tage am Strand. Tage im Paradies.

Sonnenschutz am Strand

Blick auf einen Teil des Geländes der Green Turtle Lodge

Sonnenuntergang am Meer

Bonfire am Strand

Auf der Ladefläche des Pickups vom Strand ins nächste Dorf

19 December 2010

Waisenkinder

Die Ferien haben Donnerstag begonnen und alle Kinder sind von Cape Deaf aus nach Hause gefahren oder wurden von ihren Eltern abgeholt. Fast alle. Einige bleiben noch länger in Cape Deaf, da ihre Eltern erst später Zeit und Möglichkeiten haben sie abzuholen. Andere bleiben für ein Kirchencamp erst einmal in der Schule wohnen und fahren später heim. Wenige sehen ihre Eltern leider gar nicht – weil sie keine mehr haben. So wie Stephen.
Stephen bei der Veranstaltung für die Waisenkinder
Gestern war ich bei einer Veranstaltung für die Waisenhäuser aus der Umgebung von Cape Coast. Es wurden verschiedene kulturelle Darbietungen aufgeführt und dann gab es für die Kinder Fried Rice, etwas zu trinken und Luftballons, Musik zum Tanzen und kleine Spielchen. Andi und Sandra, ebenfalls VIA-Freiwillige, haben mit ihrem Projekt alles geplant und organisiert. Es waren ca. 1000 Kinder dort. Die meisten aus Waisenhäusern, aber auch einige Kinder aus Cape Coast, die Waren auf der Strasse verkaufen, um das Einkommen der Familie zu erhöhen. Stephen war auch da – mit seinen beiden kleinen Brüdern und den anderen Kindern aus dem Waisenhaus.
Die Kinder hielten bei den Reden von den geladenen Gästen tapfer durch und danach herrschte eine ausgelassene Stimmung. Man merkte ihnen kaum an, dass sie keine Eltern mehr haben. Viele sprachen von ihren Brüdern und Schwestern, sowie Vätern und Müttern. Gemeint sind die anderen Waisenkinder, sowie die Leiter und Erzieher. Sie sind zu einer Familie zusammen gewachsen. Die grösseren Kinder kümmern sich um die jüngeren und alle sorgen füreinander. Eine Ersatzfamilie für die meisten der Kinder. Stephen sieht seine Ersatzfamilie und vor allem seine beiden Brüder leider nur wenig. Er wohnt auf dem Campus in Cape Deaf und hat dort eine weitere Familie.
Stephen beim Selbstportrait fotografieren mit meiner Kamera
Trotz dieses Hin und Her ist er ein fröhlicher, kleiner Junge. Er kann bisher nur wenige Gebärden, aber seine Körpersprache lässt auf einiges, das er sagen will, schliessen. Fröhlichkeit ist das eine. Das andere ist Einsamkeit und die Suche nach Nähe – trotz zweier Familien.

16 December 2010

Behindert? Selber!

Die Arbeit mit den gehörlosen Kindern hat meine Sichtweise auf das Leben noch einmal sehr verändert und ich denke viel über Behinderung nach. Einen gewissen Anteil daran haben sicherlich auch mein Studium und die ersten Erfahrungen mit behinderten Kindern in Dänemark. Aber gerade die Arbeit hier in Cape Coast hat grossen Einfluss.
Ich befinde mich hier quasi in einer anderen Welt. Die Welt der Gehörlosen. Sie haben ihren Campus um die Schule herum und wohnen hier die ganze Schulzeit über für sich – abgegrenzt von den normalen Menschen. Als ich hier ankam, war ich sehr erstaunt über all das; den Campus, die Menschen, die Gehörlosigkeit. Aber etwas fiel mir weniger auf:  Hier bin ich der Behinderte!
Ich war derjenige, der nicht mit den Kindern kommunizieren konnte. Ich war es, der hier fremd ist. Ich war der andere.

Für mich ist Behinderung aus diesem Grund anders sein. Anders sein, als die anderen, aber dennoch ein Mensch, wie alle anderen. Behinderung ist keine negative Eigenschaft, sondern ein Möglichkeit andere Stärken zu entwickeln und sein Leben zu leben.
Wer von uns hatte nicht schon ein ähnliches Erlebnis wie ich in Cape Deaf? Ich als Weisser tauche in einer Schule mit Schwarzen auf, die nicht hören und kaum sprechen können. Ich konnte keine Gebärden am Anfang. Ich konnte nicht ihre Sprache.
So ergeht es uns doch auch im Urlaub, wenn wir in ein Land fahren, dessen Sprache wir nicht sprechen. Manchmal haben wir Glück und die Menschen dort sprechen unsere Sprache oder wir haben eine Sprache gelernt, die diese Menschen auch gelernt haben. So richten wir uns auf unsere Behinderung ein und versuchen mit diesem Handicap klarzukommen. Den Gehörlosen ergeht es mit ihren Gebärden nicht anders. Sie unterhalten sich damit – untereinander, mit uns.
Die Blinden haben ebenfalls ihre Stärken. Sie orientieren sich ohne zu sehen. Sie laufen quer über den Campus, nehmen Stufen, rennen nirgends gegen, überwinden Gräben. Versuch doch einfach mal mit geschlossenen Augen durch deine Wohnung zu laufen und einen Gegenstand zu finden ohne etwas anderes umzustossen.

Wer von uns ist also manchmal nicht auch behindert?

Ich habe vor diesen Menschen mit ihren besonderen Eigenschaften viel Achtung erworben und finde es grossartig wie sie ihr Leben in die Hand nehmen. Anstatt sie ständig zu bemitleiden und zu meinen, sie können nichts, weil sie behindert seien, sollte man vielmehr auf ihre Stärken achten. Sie haben oftmals versteckte Fähigkeiten und tolle Ideen, von denen wir normalen Menschen nur träumen können.

14 December 2010

1. Quartalsbericht

Nach einem langen, stressigen Flug mit Nachtaufenthalt und wenig Schlaf in Dubai kam ich am Freitag, den 10.09.2010, mit neun anderen Freiwilligen gegen Mittag endlich in Accra an. Beim Aussteigen aus dem Flugzeug und dem Betreten des Rollfeldes überkam mich die Freude in Ghana angekommen zu sein. Im gleichen Moment atmete ich auch die stickige Mittagshitze und die Motorenabluft ein. Ich war angekommen.
Die Gepäckaufnahme, diverse Kontrollen und das Finden unseres Abholers wurden ohne Komplikationen erledigt. Doch dann kam eine Situation, auf die noch viele weitere in Ghana folgen sollten: Warten. Da unser Abholer nicht sehr gesprächig war, wussten wir auch nicht, worauf wir warteten. Nach über einer Stunde erschien dann Paschal, unser Mentor, mit einer Liste und kontrollierte, ob denn auch alle angekommen seien. Dann ging es endlich los gen Cape Coast. Dachten wir. Erst einmal zur nächsten Tankstelle, da das Auto scheinbar Defekte hatte. Wieder warten. Über drei Stunden nach unserer Ankunft auf dem Flughafen fuhren wir dann endlich los und kamen im Dunkeln in unserer neuen Heimatstadt an. Die WGs wurden schnell eingeteilt und wir daraufhin verteilt, um diese zu beziehen. Beim Verteilen blieb das Auto liegen und ich wurde mit den Mädels glücklicherweise von Sascha, einem der vorherigen Freiwilligen, eingesammelt und in die WG mitgenommen.
Am Wochenende geschah weiter nichts und so zeigte Sascha uns die wichtigsten Adressen der Stadt (Markt, Geldautomat, Taxistation, etc.), erklärte uns wichtige, grundlegende Dinge und nahm uns an die Hand. Erst am Montag meldete sich Paschal bei uns, um eine Orientation mit uns abzuhalten. Dazu wurden auch die bereits anwesenden Freiwilligen eingeladen. Auf dieser Orientation wurden uns Infos gegeben, die mittlerweile hinfällig oder selbstverständlich waren. Viele Dinge wurden bereits auf dem Vorbereitungsseminar angesprochen und viele restliche Informationen haben wir am Wochenende selbst erfahren und kennen gelernt, indem uns Sascha darauf hinwies. Ohne die Einleitung von Sascha wären wir zu Beginn wahrscheinlich hilflos in der Gegend umhergeirrt. Von daher war die Orientation eher eine Zeitverschwendung und eine gut gemeinte Geste, als wirklich von Nutzen.
Dafür hat sich Paschal in den Wochen darauf sehr bemüht unsere Dokumente, etc. einzusammeln und alle noch benötigten Informationen, Gesundheitschecks, etc. zu organisieren, um unsere Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung  zu beantragen. Es soll auf dem Weg sein, jedoch habe ich schon länger nichts mehr von ihm gehört.
Die Ankunft im Projekt war durchwachsen. Katharina und ich wurden von Paschal zum Cape Deaf gebracht und dort unsere Direktorin vorgestellt. Da die Schule aber noch nicht richtig begonnen hatte (es waren kaum Kinder dort), sind wir gleich wieder mit Paschal zurückgefahren und am nächsten Tag alleine erneut hin. Aufgrund eines Besuches von einer schwedischen Projektgruppe fiel die Schule aber erneut aus. Immerhin zeigte uns Nancy, eine Freiwillige des amerikanischen Peace Corps, den Campus und gab uns ein paar Informationen zur Schule. Auch die nächste Woche verlief ähnlich. Jedoch bekamen wir langsam Kontakt mit einigen Lehrern und den Schülern. Die Kommunikation mit den Gehörlosen, insbesondere mit den Kindern, fiel aufgrund unserer mangelnden Kenntnisse der Gebärdensprache schwierig, aber dennoch funktionierte es etwas.
Allmählich fing die Schule an und etwas Alltag kehrte ein. Katharina und ich entschieden uns für unser Arbeitsgebiet. Ich wählte die 5te Klasse mit einem gehörlosen Lehrer. Die Klasse wurde dann nach und nach auch voller und der Unterricht begann. Die ersten zwei bis drei Wochen schaute ich lediglich dem Unterricht zu, um zu erfahren, wie dieser abläuft und um Kenntnisse der Gebärdensprache zu erhalten. Dadurch, dass mein Klassenlehrer gehörlos ist und mich in Freiräumen unterrichtet, konnte ich schnell große Fortschritte machen und wurde nach drei Wochen von ihm überredet den Mathematikunterricht zu übernehmen. Ich hatte nun also eine richtige Aufgabe bekommen, auf die ich mich sehr freute und den Unterricht vorbereitete. Das Durchführen des Unterrichts erwies sich dann aber natürlich als wesentlich schwieriger als erwartet. Viele Gebärden fehlten einfach noch, um über verschiedene Ansätze die Inhalte zu erklären. Dieses hat sich mittlerweile sehr gebessert und ich komme im Groben ohne die Hilfe des Klassenlehrers aus. Gelegentlich greift er dann ein, wenn er das Gefühl hat, dass die Kinder den Inhalt nicht verstehen. Oft liegt es dann aber nicht an meinen vergleichbar geringen Kenntnissen der Gebärden, sondern am langsamen Denken der Kinder, die lange brauchen, um Dinge zu verstehen und manchmal auch nach seinen Erklärungen die Sachverhalte noch nicht verstanden haben.
Neben dem Unterricht habe ich im November langsam mit außerschulischen Aktivitäten angefangen, um noch mehr Zeit im Projekt zu verbringen und mehr beschäftigt zu sein, als die wenigen Unterrichtsstunden, die ich effektiv arbeite. Ebenso kann ich dann weiter meine Gebärdenkenntnisse aufbessern und von den Kindern lernen. Da die meisten Kinder auf dem Schulgelände wohnen, sind sie auch nachmittags auf dem Campus. Als Abwechslung zu Fußball und Volleyball habe ich mit Indiaca und Frisbee angefangen. Ebenso habe ich an den Veranstaltungen der Jubiläumswoche und weiteren Meetings mit Lehrern und Eltern teilgenommen, um ein größeres Gesamtbild zu erhalten.
Das Projekt gefällt mir bisher sehr gut, auch wenn es einige Momente gibt, in denen ich lieber wegsehen möchte. So zum Beispiel beim Schlagen mit dem Cane. Ich hatte es mir zwar schlimmer vorgestellt, aber dennoch sind die Situationen nicht so leicht zu ertragen. Wobei ich leider auch sagen muss, dass man sich daran gewöhnt.
Das Leben an sich in Cape Coast ist herrlich. Zu Anfang war ich von dem scheinbaren Chaos, der Lautstärke, dem Rufen, den Händlern, dem Hupen der Taxis und Trotros überfordert, doch daran habe ich mich gewöhnt und genieße es mitunter sogar. Im Vergleich zu Accra, welches ich an einem Wochenende besuchte, ist es sogar noch gering. Ein weiterer Höhepunkt ist der Strand direkt vor der Haustür, den ich oft besuche und mich einfach mal durchpusten lasse, um einen klaren Kopf zu bekommen oder einfach um die anderen Freiwilligen zu sehen.
Insbesondere von Kindern werde ich oft „Oburoni“ (Weißer) gerufen, für die ein solcher Anblick scheinbar eher selten ist. In den meisten Fällen finde ich die Situation angenehm und reagiere mit einem Lächeln darauf oder winke zurück. Manchmal frage ich auf Fanti auch nach dem Befinden des Kindes und dieses ist dann ganz beeindruckt. Jedoch gibt es auch Momente, in denen es einfach überhand nimmt und ich darauf nicht reagiere. Dieses ist meistens, wenn ich zu oft in kurzer Zeit angesprochen werde oder wenn ich das Gefühl habe, dass die Kinder/Menschen mehr von mir wollen als nur zu grüßen. Oft ist dieses bei einer Art kleinem Lied, das die Kinder auswendig lernen, aber nichts von dem verstehen, was sie sagen.
Die sozialen Kontakte ändern sich derzeit leicht. Zu Anfang waren wir nur in der Gruppe unter uns Deutschen unterwegs. Daraufhin ist man auch manchmal alleine durch die Straßen gelaufen, da man sich langsam auskannte und der Stadt vertraute. Dieses Gefühl ist auch weiterhin bei mir, auch wenn bereits einige von uns ausgeraubt wurden. Mittlerweile habe ich auch engeren Kontakt zu Ghanaern, welche nicht auf einem oberflächlichen Kennenlernen und dem Austauschen von Nummern beruhen. Dieses war zu Anfang ein großes Problem. Man lernt schnell Leute kennen, jedoch sind viele von ihnen nur auf den Kontakt zu den Weißen aus, um sich damit zu rühmen oder sich später einen Vorteil davon zu erhoffen und durch die Kontakte zu profitieren. Durch die Freundschaften zu den Ghanaern lerne ich noch mehr über deren Kultur kennen und tauche weiter in das Leben in Ghana ein.
Leider habe ich bisher nur wenige Worte Fanti, die lokale Sprache in und um Cape Coast, gelernt. Jedoch benutze ich diese häufig und erstaune immer wieder die Leute, denen ich begegne. Diese freuen sich dann sehr und wollen noch mehr auf Fanti hören, wobei ich dann leider passen muss. Generell empfinde ich die Menschen in meiner Umgebung als sehr freundlich, hilfsbereit und auf einen zukommend. Die Ängste, welche ich vom Vorbereitungsseminar mitgenommen habe, dass viele Menschen an Hunger leiden, Kinder ständig betteln und viele versuchen einen beim Einkaufen über den Tisch zu ziehen, kann ich (noch?) nicht bestätigen. Gelegentlich sehe ich dürre Menschen auf den Straßen, manchmal betteln mich Kinder an und hier und dort versucht jemand mir einen höheren Preis aufzudrängen. Doch halten sich diese Situationen in Grenzen und ich finde es nicht als belastend. Durch die Erfahrung mit solchen Begegnungen weiß ich auch immer besser die derzeitige Situation einzuschätzen und kann darauf reagieren. Die Preise sind vergleichbar und so weiß ich, was ich wofür zahlen sollte. Bettelnde Kinder kommen auf einen zugerannt, aber mit einem „Nein“ auf deren Betteln, verschwinden sie oft wieder.

Derzeit geht es mir hier bestens und ich genieße das Leben in Cape Coast sehr. Ich freue mich auf die weiteren neun Monate.

12 December 2010

Spendenkrieg?

Bereits vor ein paar Tagen erschien auf dem Spiegel Online ein kritischer Artikel, der sich mit Spenden in der Entwicklungshilfe beschäftigt. Der Artikel ist ein Interview mit einer niederländischen Journalisten, die Expertin auf diesem Gebiet ist und sich in verschiedenen Ländern mit den Mechanismen vertraut gemacht hat.
Oft landen gut gemeinte Spenden an Organisationen in den falschen Händen, so ihre Kritik. Korruption sowohl bei der einheimischen Bevölkerung als auch bei Entwicklungshelfern, aber auch Desinteresse der Politik lassen die Gelder nicht zu den Hilfsbedürftigen durchdringen, sondern werden vorher abgezweigt.

Der Artikel soll keineswegs von Spenden für Entwicklungshilfe abraten. Ganz im Gegenteil. Vielmehr möchte ich mit der Verbreitung erreichen, dass mehr Aufmerksamkeit darauf gerichtet wird, wem man die Spenden wofür gibt und sich mehr mit dem Thema auseinander setzt. Man sollte den Organisationen vertrauen und ein Kennen von aktiven Menschen vor Ort ist sicherlich von Vorteil, da diese einem genaue Informationen geben können, wofür die Gelder ausgegeben werden.

Solltest du also spenden wollen und bist dir bisher unsicher, trete gerne mit mir in Kontakt und ich kläre dich über weitere Möglichkeiten, die ich in Cape Coast habe, auf. Bisher habe ich aber noch keine Projektidee, wofür Gelder benötigt werden könnten. Somit würden etwaige Spenden erst in einen grossen Topf meiner Sendeorganisation (mehr oben im Reiter bei VIA e.V.) fliessen und von dort an andere Freiwillige in verschiedenen Ländern verteilt werden. Wenn die Spenden mir "zugeordnet" werden können, ich also sagen kann, von wem ich einen Betrag erwarte, wird das Geld für mein Projekt zurück gehalten und bei Bedarf an mich weitergeleitet.

Bei weiteren Fragen, fragen.

06 December 2010

Magic Weekend

Why magic, you ask?
I will tell you:

I have been on the street with disabled people of different kinds. They were dancing to the music – the blind, the ones in wheelchairs, the deaf – all of them. You couldn´t imagine they were disabled.
Later the ones in the wheelchairs were playing basketball against each other. They were ambitious to win the game and didn´t bother to ram the other ones or get rammed. Great match with fair players.
No matter what, people are just people. All the same but different. Magic

Women match: Cape Coast vs. Accra 
Men match: Cape Coast vs. Koforidua



I have been in paradise. Long, sandy beaches, blue water, sun, palm trees, great waves to bath in and to surf on. I stayed in a house directly on the beach. Friendly people were everywhere and smiled at me. I had fresh lobster for lunch and ate it with my fingers. It felt like heaven on earth. Magic

Busua Beach

Ocean at Busua with island view


I have been with D&D in the Garden of the Dwarfs and saw them fighting against Porcupines. All were running, tackling each other and following different strategies. It was a great fight and in the end the dwarfs won luckily: 1-0. Magic

Dwarfs fans in the back

Standard situation shortly before the goal to 1-0


I have been in a Christmas and Carols Service in Cape Deaf. They brought a feeling of Christmas into the heat of Ghana. The kids were dressed in white. They looked like angels. The songs remembered me of snow and the cold weather. I never dreamed of feeling like that. Magic

Kids at Cape Deaf in their dresses