Über vier Monate bin ich nun schon in Cape Coast. Die Zeit rast und ständig treten neue Menschen in mein Leben. Menschen, die ich danach nicht wiedersehe. Menschen, denen ich in der Stadt wieder begegne. Menschen, die ich ständig sehe. Menschen, die ich mag. Und diese werden zu neuen Familienmitgliedern.
Dan ist einer von ihnen. Der andere Cobi. Beide treffe ich regelmässig und verstehe mich blendend mit ihnen. So kam es dann auch zur Adoption. Ich wurde ihr Bruder – their brother from another mother.
Beide, vor allem jedoch Dan, sind in kurzer Zeit zu sehr guten Freunden geworden, mit denen ich mich über alles unterhalten kann. Wir vertrauen uns private Gedanken und Ereignisse an. Wir verstehen uns, auch ohne viel zu sagen. Wir halten Händchen – so wie es sehr gute Freunde in Ghana öfters tun.
Es ist ein schönes Gefühl in der Fremde und in der doch recht kurzen Zeit einen so guten Freund zu finden. Einen Bruder. Zumal es am Anfang nicht so sehr danach aussah. Viele der Ghanaer waren eher an der weissen Hautfarbe und dem vermeintlichen Reichtum dahinter interessiert; nicht an dem Menschen selbst. Durch die Adoption ist die Freundschaft noch ein wenig mehr gefestigt worden. Ein ständiges Geben und Nehmen, voneinander Lernen, ein Austausch finden statt, von dem alle profitieren.
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