Vor einigen Tagen kam er. Aus dem Norden. Und er soll noch einige Zeit bleiben.
Mit ihm verdunkelte sich die Sonne. Das leuchtende Blau des Himmels ist seit seiner Ankunft verschwunden. Es schimmert gelblich auf die Erde hinab.
Er hüllt das Meer in einen grauen Schleier. Der Horizont ist verschwunden. Nur gelegentlich lassen sich Fischerboote im Grau erahnen. Die Wellen rollen gemächlich auf den Strand zu, bevor sie mit einem Getöse brechen und auf den Sand schlagen.
Er verdrängt die Hitze in den Nächten. Frischer Wind bläst durch die Fenster und bringt die Körper zum Frieren. Das kalte Wasser zum Duschen ist noch kälter. Am Tag ist es andersherum. Der Wind bleibt aus und der Hitze gewährt er freien Lauf. Jede Bewegung führt zum Ausbruch. Schweiss. Überall.
Mit sich führt er einen riesigen Sack. Gefüllt mit Sand und Staub. Dort, wo er ist, hinterlässt er eine dicke Schicht. Die Füsse nehmen eine rot-braune Farbe an, manchmal auch schwarz.
Es ist anders geworden seitdem er hier ist. Aber er kommt jedes Jahr. Wieder und immer wieder. Vielleicht werden wir ja noch Freunde. Der Harmattan und ich.
1 comment:
Solange es nicht zwischen den Zähnen knirscht beim Einatmen ist ja noch alles ok;)
Ich habe auch ein bisschen das Gefühl, dass ich mich gerade durch einen Sandsturm kämpfe. Es fehlen die Konturen, Eckpunkte, alles sieht gleich aus, von deinem Weg siehst du immer nur die 2 Schritte direkt vor dir. Wo war noch mal das Ziel? Wo will ich hin?
Irgendwie warte ich gerade auf das Gewitter, dass dem Staub aus der Luft wäscht, die Stimmung klärt. Und auf die Sonne, wenn sich die Wolken wieder verzogen haben.
Aber in 6 Wochen kommt erstmal eine Oase namens Jettebruch.
Die Bäume schützen vor dem Wind, der Berg der Familie hilft, über das Grau hinüber zu sehen und das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.
Das Gewitter wird kommen... Irgendwann!
Alles Liebe!
P.S.: Dein "Weihnachtsbrief" hat endlich den Weg zur Post gefunden...
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