16 May 2011

Auf Abwegen

Die Ferien endeten vor 2 Wochen, es waren aber noch keine Kinder zum Schulstart dort. Mal wieder. So fiel die erste Woche Unterricht aus. In der Hoffnung auf mehr Kinder war ich letzte Woche Montag in der Schule. Nur wenige Schüler, kein Unterricht. Es ist also wie auch nach den letzten beiden Ferien: die Kinder kommen nur langsam wieder zurück an die Schule.
So beschloss ich am Mittwoch mit Cobi nach Anomabo an eine Primary School mit Kindergarten zu fahren. Neue Schule, neues Glück?
Cobi kommt aus Anomabo und will in seiner Heimat nun etwas Gutes tun. Aus diesem Grund sind wir an die St. Thomas Anglican Kindergarten and Primary School gegangen, um gemeinsam mit den Lehrern ein Projekt einzurichten. Es war das erste Treffen und wir teilten den beiden Schulleiterinnen unsere Idee mit, der Schule auf unterschiedliche Art und Weise helfen zu wollen – finanziell, materiell, ideell. Sie waren sehr interessiert und es war eine angenehme Unterhaltung. Andere Schule, neue Hoffnung.
Danach schauten wir uns die Klassenräume an und begrüssten die anwesenden Klassen. Denn es waren nicht alle Schüler dort. Zwei Klassen waren beim ICT-Unterricht in einem speziellen Centre im Ort und drei Klassen kommen im Schichtsystem erst am Nachmittag – die Schule hat nicht genügend Räume für alle Schüler; im Kindergarten werden gleichzeitig 124 Kinder unterrichtet. Es herrschte ein reges Interesse an uns und die Kinder machten einen fröhlichen Eindruck, obgleich sie kaum Schulmaterialien haben, die Klassenräume bedrückend wirken und einen hohen Geräuschpegel haben. Es gibt nicht genug Lehrer an der Schule und viele Kinder können sich nicht einmal Schuhe leisten. Neben den vielen Schülern gibt es noch die Kinder aus den armen Familien, die wegen des knappen Geldes nicht zur Schule gehen können, da sie keine Schuluniform, Stifte und die geringen Gebühren zahlen können.
In Anomabo an der St. Thomas Anglican School gibt es also viel zu tun. Cobi und ich wollen nun ein Projekt ausarbeiten und ein paar Kontakte zu Organisationen über weitere Freiwillige knüpfen, um ebenfalls Volunteers an die Schule zu senden. Zunächst können so die Lehrer etwas entlastet und hoffentlich der Unterricht ideeller gestaltet werden, indem die Freiwilligen eigene Ideen einbringen und den Kindern ein Vorbild sind. Unter Umständen können so auch Materialien und Gelder beschafft werden, um eine langfristige Förderung aller Kinder zu gewährleisten. Weitere Einsatzmöglichkeiten für Freiwillige, auch Ghanaer, werden ebenfalls geplant.

Ich bin in der kinderlosen Zeit in Cape Deaf also nicht ganz untätig und begebe mich nun abseits meines eigentlichen Projektes hier in Ghana an andere Ideen. Neben dem Waisenhaus von Cafacayo ist dies nun also das zweite Projekt, welches ich ein wenig vorantreibe, da ich es weitaus sinnvoller erachte, als noch mehr Dinge für Cape Deaf zu besorgen, welche nicht unbedingt notwendig sind und zu den beiseite gestellten Geschenken in die Lagerräume kommen und dort einstauben.

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